Klassenfahrt
ist ein ordentliches Mittel für Teenie-Filme, so auch hier in der zweiten Verfilmung nach den Büchern von Bettina Börgerding und Daniela Kohl. Was sich da alles ereignen kann, fern von den Eltern und ständig in der Gruppe!
Im ersten Film hieß es Alles Bingo mit Flamingo und stefe übertitelte es „Wundertütenkino fürs Flausenmädels“ und empfand den Film so chaotisch und spontan, wie es genau so ein Teenie-Girlie-Leben sein könnte. Die Regie führte Neele Leana Vollmar.
Jetzt steht für die Regie eine Martina Plura und der Film wirkt so, als hätte die klischeestrenge (übetrieben inszenierte) Lehrerin Frau Kackert (Sarah Hostettler) höchstpersönlich das Ruder übernommen, wie ein Eager-Beaver, der alles korrekt machen will, dem Film die Mädchenflausen austreiben möchte. So bleibt nur ein trauriges Buchskelett übrig.
Das zeigt, denn die Geschichte ist ähnlich wie im ersten Film und die Protagonistin ist wieder Meggy Hussong und sie ist auch hervorragend, dass ähnlichen Geschichten ziemlich unterschiedlich erzählt werden können und so auch unterschiedliche Wirkungen im Kino erzielen.
Hinzu kommt, dass vom Buch her die Lehrerfiguren dumm dargestellt werden, denn dass sie über 24 Stunden das Verschwinden von Cheyenne (Yola Streese) nicht bemerken, nur um zu beweisen, dass sie viel zu sehr mit sich selber beschäftigt sind, ist haarsträubend realitätsfern, denunziert direkt den Lehrerstand.
Die Location der Jugendherberge, in der gedreht wird, ist originell; aber dass die Kids die Treppe nur vom Unterbau entdecken ist insofern unglaubwürdig, als es nachher eine freischwingende Rundtreppe ist; auch das eine inszenatorische Unsorgfalt.
Ebenfalls kaum glaubwürdig, wie Lotta und ihr süßer französischer Freund sich vor der nahenden Flut in den Gitterkorb hoch auf einem Rettungspfosten in Sicherheit bringen können, wirkt an den Haaren herbeigezogen, umso mehr, als dieser nie vorher in Sicht war.
Wahrscheinlich würde einen all das nicht stören, wenn Regie, Kamera, Schnitt so aus einem Guss wären und das Flausenelement wie im ersten Film überraschend rüberbringen. So aber wirkt es, als leiste die Regie Dienst nach Vorschrift, erfülle eine lästige Pflicht, wodurch dem Film auch noch der Charme abhanden kommt, abgesehen von fehlendem Tempo und Rhythmus.
Dabei geht auch das zentrale Thema der ersten Verliebtheit, der Schmetterlinge im Bauch, die jetzt zu platt gezeichneten Herzchen werden, unter. Auch die Zeichnungen in die Bilder hinein können wenig überzeugen, sie wirken wie ebenerdige Kommentare und geben nicht die spontanen Assoziationen der Icherzählerin wieder, total entflaust.