Jagdsaison

Die Absicht

seh ich wohl: der deutsche Subventionsstar Rosalie Thomass möchte eine komische Mittelalte spielen, eine Frau mittleren Alters in einer Lebens- und Liebeskrise. Mit drei Dingen soll dieser Komik zusätzlich Komik verliehen werden, soll diese Komik – typisch deutsches Kino – erklärt werden: mit Thomass‘ absolut unpassendem Bekleidungsstil, mit der völlig veralteten Inneneinrichtung ihrer Wohnung (wenn es eine Finanzbeamtin in Deutschland gibt, die so lebt, so ist das hier Traumkino) und mit der Violett-Färbung ihrer Haarzipfel. Eine Figur, die filmrealiter mehr dümmlich als komisch wirkt; aber vielleicht ein Ansatz zu mehr, wobei ein essentieller Unterschied besteht zwischen ‚komisch tun‘ und ‚komisch sein‘.

Rosalie ist geschieden. Ihr Ex (farblos wie alle Männer in diesem Film der Frauen mit den Haaren auf den Zähnen) ist mit einer identitätslos glatt geschminkten reichen Influencerin abgehauen. Das Töchterchen wechselt zwischen Vater und Mutter hin und her. Die dickste Freundin von Rosalie bandelt mit der Neuen vom Ex an, weil die so reich ist und Kosmetika übers Internet bewirbt (oder vielleicht auch aus einem anderen Grund).

Der Haupttorso des Filmes ist ein Ausflug der drei Frauen ans Meer zu einer Jagd. Keine scheint sonderlich intelligent, alle sind sie sexfixiert,. Hier kommen andere farblose Männer ins Spiel. Hier versprühen die Frauen ihre plumpen direkten Sexpointen und ihre plötzlich offene Feindschaft.

Irgendwie schafft es das Drehbuch am Schluss, die drei Frauen in einem Auto ein Lied von der Scheiße (man möge mich korrigieren, wenn es ein anderes Wort ist) zu brüllen von Gesang kann nicht die Rede sein.

Unglücklicherweise hat Rosalie Thomass auch am Drehbuch mitgeschrieben, an dem nebst Regisseur Aron Lehmann auch Lea Schmidbauer nach einer nordischen Vorlage rumgefuhrwerkt hat, so dass ein Produkt rausschaut, das direkt in die Schublade „dümmste deutsche Filme“ abgelegt werden kann, weil die Figuren nicht nur dümmlich sind, sondern ihre Dummheit auch noch, wie im guten deutschen Fernsehen, extra erklärt werden muss.

Es ist ein Film ohne Charme, ohne besonderes Talent, ein Film, der wirkt als sei er das misslungene Resultat eines Filmjoke-Workshops für Drehbuchlaien, die krampfhaft etwas Lustiges zustande bringen wollen. – Wieder einer der Film, bei dem offenbar keiner der Filmförderer das Drehbuch ernsthaft gelesen hat.

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