Bullet Train

Killer, Karma und Fatalismus

Killer, das sind die Protagonisten in diesem Film von David Leitsch nach dem Drehbuch von Zak Olkewicz nach dem Roman von Kotaro Isaka. Sie werden gespielt von Weltstars wie Brad Pitt (Ladybug) oder Aaron TaylorJohnson (Tangerine) und vier weitere, die wiederum gegängelt werden von Sandra Bullock (Maria Baetle).

Es sind wunderbare, versierte Männerdarsteller, Stars und prima Schauspieler durch und durch, die zu jeder Handgreiflichkeit bereit sind genau so wie zu innerem Monolog fähig und denen man gerne zuschaut ganz unabhängig von dem, was um sie herum abgeht.

Das Karma ist ein Begriff, der eher ungewöhnlicherweise Eingang findet in einen Schnellzugs-Actionfilm. Damit befasst ist Brad Pitt, der – als Killer – in Therapie ist und dies immer wieder äußert; selbstverständlich eine Joke-Grube. Er ist zufrieden damit, behauptet mehr Gelassenheit zu haben, Tiefenentspannung. Was im Laufe der Keilereien noch zu beweisen wäre.

Der Film betrachtet das von der humoristischen Seite her, gewinnt ihm manche Witze und Gags ab. Wie er überhaupt darauf achtet, ständig Gags und Jokes einzubauen, was momentweise den Eindruck erweckt, dass es auf Kosten des Storydrives geht. (Story: sechs Profikiller sind in einem durch Japan rasenden Zug hinter einem Metallkoffer und einem jungen Mann her; alle sind sie angeheuert; aber die anheuernde Instanz bleibt bis fast zuletzt im Dunkeln).

Killergags um der Killergags willen und alle paar Minuten wird körperlich gerangelt, auch mal mit Todesfolgen.

Der Fatalismus wird unter dem Standpunkt erörtert, dass jedes Unglück wieder ein Glück zur Folge haben kann, was weiter auf die Spielhandlung keinen entscheidenden Einfluss hat, denn da geht es darum, aus den Genres der Killerfilme und der Zugfilme eine Produkt herzustellen mit einem Unique Selling Point, 6 Weltstars als Killer in einem Expresszug unterwegs.

Dauerjokes gibt auch der Name des Killers Lemon (Brian Tyree Henry) her: Zitrone; dazu lässt sich viel assoziieren und variieren.

Insgesamt wirkt der Film eher wie ein Jahrmarkt, ein Flohmarkt, ein Konglomerat oder ein Potpourri möglicher Killer-Kampf-Szenen in einem modernen Schnellzug, deren Aneinanderreihung gelegentlich mit kleineren Rhythmus- und Tempoproblemen kämpft, wie er sich wie mit Atembeschwerden von Gag zu Gag hangelt. Das wiederum wird kompensiert durch die evidente Attitüde des spielerischen Umgangs mit dem Genre. Man möchte dem Publikum frisch gestrichen und gebügelt Altbekanntes, was wohl auch kaum mehr veränderbar ist, bieten. Dabei hat allerdings das Methodische des Gags Vorrang vor der Contenthaftigkeit.

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