Men – Was dich sucht, wird dich finden

Poetisch blutig abgründig

sind die Bilder, die Alex Garland (Ex Machina) findet, um in die Abgründe einer gescheiterten Liebe zu leuchten.

Es ist – oder war – die Liebe zwischen Harper (Jessey Buckley) und James (Paapa Essiedu). Sie will die Scheidung. Er droht ihr mit Selbstmord – und fällt dann auch vor ihrem Fenster auf einen Zaun vor dem Haus: ein Bild, was später eine ganze Serie kunstvoller Horrorbilder initiiert, eine Kunstperformance, die an Francis Bacon denken lässt.

Aber vorher gibt es viel Natur. Harper möchte fliehen vor diesen Bildern. Sie mietet ein kleines, steinernes Luxusanwesen auf dem Lande. Natur pur und auch bizarre Figuren, wie der Vermieter Geoffrey (Rory Kinnear); seine Fratze und seine Grinse könnten jedem Horror-Film entsprungen sein.

Kontakt hält Harper in dieser Einsamkeit mit ihrer Freundin Riley (Gayle Rankin). Bis auf die Fratze des Vermieters lässt vorerst nichts den Horror vermuten. Harper geht spazieren, ergeht sich in symbolbeladener Natur, dazu gehört der Biss in den Apfel, die Lichtung, der Tunnel mit dem Licht am Ende, der vermauerte Tunnel, das tote Reh auf dem Waldboden mit der leeren Aughöhle in die ein weißes Samenfederchen fällt; es gehört wohldosiert meditative Musik dazu. Es gibt Versuche der Selbstvergewisserung mit Echos.

Aber die Ruhe wird auch gestört mit Erscheinungen von James, ganz nackt steht er plötzlich im Garten des Anwesens wie eine Skulptur, guckt durch die Fenster. Bis Harper die Polizei ruft wegen Stalkings. Aber bis die da ist, ist James weg.

Es gibt einen Besuch in der Dorfkneipe. Auch die Gesichter hier passen in jeden Horrorfilm. Je mehr Harper versucht, die Bilder der gescheiterten Liebe und des Selbstmordes zu verdrängen, desto mehr suchen sie sie heim.

Dass es um Liebe geht und dass Liebe das einzige Ziel im Leben sei, erzählt uns ein Song anfangs und am Ende des Filmes; dass aber Liebe auch deutlich anderes als Happiness und Strahlen und Lächeln sein kann, das erzählt er dazwischen, dass es eine Sache von Leben und Tod, von Blut und Verletzung sein kann, von Traumatisierung und dem Gefühl des Verfolgtseins. Und diese Gefühle werden keineswegs gelindert durch Begegnungen in einer Kirche. Man achte auf die Details von Kirchenkunst; nicht gerade tröstlich – da kann einem schwindlig werden.

Muss Schönheit zerstört werden? „Love is what we are here for“.

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