Violeta – Me Llamo Violeta

Vom Anderssein

Warum reagieren viele Menschen allergisch bis bösartig auf andere Menschen, die anders sind als sie?

Auf diese Frage kann der Film von David Fernández De Castro, der mit Marc Parramon auch die Regie geführt hat, auch keine Antwort geben. Aber er macht deutlich, wie absurd solches Verhalten ist.

Warum wird ein Junge, der Mädchenkleider anzieht, in der Schule gefoppt, ausgelacht, gemobbt? Warum wird ein Junge, der sich als Frau fühlt oder eine junge Frau, die sich als Mann fühlt, im Teenager-Alter in den Selbstmord getrieben? Warum wird ein Mann, der sich als Frau gibt oder umgekehrt, obwohl er oder sie qualifiziert sind, bei Bewerbungen nicht berücksichtig? Warum verlieren solche Menschen, kaum erfährt der Arbeitgeber davon, wieder den Job?

Warum gab es in Spanien Gesetze, die solche Menschen mit Gefängnis bestraften, die sie als sozial gefährlich eingestuften, die sie für verrückt erklärten? Kann jemand erklären, wo von solchen Menschen eine Gefahr ausgehen soll? Doch einzig, dass sie allenfalls schwerblütige Klischees von Geschlechteridentität nicht erfüllen.

Violeta ist eigentlich ein Junge, aber schon im frühen Schulalter ist er glücklich, wenn er Mädchenkleider anziehen kann, wenn er sich Violeta nannt. Hier greift eine Schikane des Gesetzgebers. Für eine Dokumentation darf dieses Kind nicht gezeigt werden – während ein Kind mit Down Syndrom sehr wohl..

So haben die Filmemacher sich entschieden, in die Dokumentation eine Casting-Szene einzubauen, in der Jungs und Mädels sich vor der Kamera als Violeta vorstellen; schwer zu unterscheiden, wer welchen Geschlechtes ist. Mit diesen Kindern wurden Spielszenen in den Film eingebaut, wie Violeta das erste Mal in einem Kleiderladen Mädchenkleider einkaufen darf.

Der Film geht das delikate Thema, das bei den Betroffenen, auch bei Eltern und Verwandten gewaltige Probleme aufwerfen kann, gefühlvoll und respektvoll an und man kann sich bei keinem der Protagonisten und Protagonistinnen, die eine erhöhte Sensibilität für die Geschlechterdifferenz entwickeln, vorstellen, wie sie zur Gefahr für andere werden könnten.

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