Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss

Kleinheit als Fantasieanreger

Das ist, was die Minions so Klasse macht, nicht nur ihre Kleinheit, sondern auch ihre Knopfhaftigkeit, ihre Proportionen, die ein Umfallen praktisch unmöglich machen. Sie sind auch Symbol für hilfsbereite Geister, die kleinen Helfer, für Zudien-Kolonnen. Sie sind in ihrer Miniknackigkeit Sympathierträger, besonders durch die fast reine, überwiegend unverständliche Lautsprache, die sie sprechen. Sie sind ein geometrisches Abstraktum, sie sind wie Legoklötze, aus denen man eine Geschichte bauen kann, sie sind vielseitig verwendbar, generall amüsant, verspielt dazu.

Das Thema Kleinheit ist ein urmenschliches Thema. Jeder Mensch fühlt sich, und vielleicht auch immer wieder mal, klein. Die Kleinknöpfe sind im Kino eine sichere Bank, umso mehr als ihre Autoren Brian Lynch und Matthew Fogel und ihre Regisseur Kyle Balda, Brad Ableson und Jonathan del Val peinlich darauf achten, dass im Schnellrhythmus ein Gag den anderen jagt, so dass der Zuschauer nicht dazu kommt, ein Zeitgefühl zu entwickeln (oder das der Langeweile).

Die Story ist vielleicht nicht ganz so rund und knackig wie die animierten Figuren selber. Eine Gangstergruppe, „Die Fiesen 6“ gelangt in den Besitz eines grünen Amulettes, das ihnen Macht verleiht. Allerdings kickt die Gruppe ihren Anführer, der das Amulett beschafft hat, aus Undankbarkeit raus. Der wird fortan seinen eigenen Leidensweg gehen, aber weil er ein Guter ist, werden sich ihm zur Seite bald auch die Minions stellen auf dem Weg zur Wiederbeschaffung des Amulettes.

Das Amulett gelangt in die Hände von Gru, der noch ein Teen ist und der sich als Nachfolger-Boss vorstellen will, aber nur ausgelacht wird. Seine Rache ist gnadenlos. Er klaut das Amulett. Bald ist alles hinter diesem her. Die Wege der Fiesen, von Gru und der Minions führen quer durch Amerika in Richtung San Francisco. Und die Wege können ganz schön abenteuerlich werden, wenn sich eine Gruppe Minions als Flugzeugcrew verkleidet in das Flugzeug schmuggelt und auch noch die Pilotenposition übernehmen, da möchte man nicht unbedingt mitfliegen.

Es gibt Kapitel, die vielleicht wie Verzögerung wirken. Wenn die Minions in San Francsico noch schnell Kung-Fu lernen von einer alten Meisterin. Und bei der Parade zum chinesischen Neujahr in Chinatown wird das simple Abstraktionsprinzip, was die Minions charakterisiert und so fantasieanregend macht, mit Hokus-Pokus-Verwandlungen der Fiesen in Parade-Monster untergraben. Tut dem Sehrvergnügen keinen Abbruch.

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