The Black Phone

Horror des Coming-of-Age

Amerikanische Provinz 1978, Nord-Denver. Außer, dass ab und an Kids verschwinden, passiert hier nichts. Es gibt Gewalttätigkeit in der Familie und so halten es die Kids untereinander, da muss schon mal ein Kopf blutig geschlagen werden. Die Kinder werden über den Sport ins Erwachsenenleben eingeführt („Your are almost a man“).

Ausgiebig schildert Scott Derrickson, der mit C. Robert Cargill auch das Drehbuch nach einer Kurzgeschichte von Joe Hill geschrieben hat, ein Baseballspiel. Unser Protagonist – noch vor dem Stimmbruch, schmales Gesicht, Finney (Mason Thames), spielt gegen einen anderen. Die konzentrierten Blick, das Ausholen, das Schlagen, das Abwehren, in leichter Filmsprache schildert Derrickson das.

Die etwas kleinere Schwester von Finney, Gwen (Madeleine McGraw) hat traumseherische Fähigkeiten; kann mit dem Tod der Mutter zusammenhängen oder auch mit dem Stadium der Präpubertät. Sie verblüfft die Polizei, weil sie in einem Traum Details zum Verschwinden von Bruce gesehen hat, die niemand sonst wissen kann.

Finney steht vor diesem enormen Bruch im Leben, vom Kind zum Erwachsenen, dem Verlust einer ganzen Identität, der Erschaffung einer neuen. Das kann mit den schlimmsten Horrorträumen verbunden sein. So ein Mensch ist ganz allein. Plötzlich entführt und in einen Keller gesperrt. Und doch ist er nicht allein. Es gibt ein soziales Netz der Opfer. Die meldet sich nicht per Chat. Per Telefon, was an der Kellerwand hängt, wo doch das Kabel abgerissen ist.

Scott Derrickson (Dr. Strange) erzählt in aufregend leichter Filmsprache wie das Coming-of-Age ein extrem schmerzlicher und teils auswegslos scheinender Prozess sein kann, wie aber das Wissen um Freunde, die einem sogar Tipps geben in dieser Extremsituation, hilfreich sein kann.

Es kommt selbstverständlich der bedrohliche schwarze Lieferwagen vor, schwarze Ballons, großartige Masken für den ‚Grabber‘ (Ethan Hawke). Das Coming-of-Age brillant geschildert als filmischer Alptraum.

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