Tatort: Flash (ARD, Sonntag, 19. Juni 2022, 20.15 Uhr)

Unfertiges Drehbuch,

das mit keiner seiner Absichten zu fesseln vermag, zu sehr ist dieser Tatort von Andreas Kleinert, der sich immerhin um stimmungsvolle Bilder bemüht, eine reine Aneinanderreihung von zu relevanten Themen erfundenen Szenen, speziell Demenz und Reminiszenztherapie mit soziologiebezüglichen Einsprengseln – nach dem Drehbuch von Sönke Lars Neuwöhner und Sven S. Poser.

Es gibt eine lockere Handlung, nach einem Rückblick auf 1987. Seit einem Frauenmord aus einem Club namens Flash sind 30 Jahre vergangen. Der Täter von damals wurde jetzt entlassen und hat offenbar wieder zugeschlagen.

Die beiden Kommissare machen sich schlau, sollten möglichst schnell die frei laufende Gefahr ausfindig machen; das führt über den Kontakt zum damaligen Psychiater, der den manischen Mörder untersucht hat. Allerdings hat der Demenz. Aus ihm müssen die Kommissare nun herausfinden, wo der Bunker ist, der vermutliche Zufluchtsort des gesuchten Mörders.

Es scheint dieser Tatort eine vornehmlich gemütliche Veranstaltung zur Beschäftigung von älteren Schauspielern, denen die Gunst eines Auftrittes angediehen geworden ist.

Die Dialoge dümpeln, sie sind nicht angetan, das Interesse an den Figuren zu wecken. Das Drehbuch wirkt papieren, als es Themenlast vorzugeben versucht und Figuren erfindet, die diese Themen ventilieren. Es sind Figuren ohne Geschichte, ohne Konflikte und insofern ohne Attraktivität. Und dann noch die Seniorenliebe.

Wie kann sich die ARD nur trauen, so einen unfassbar öden, teils staatstheaterlich sterilen Tatort zu senden?

Das Sounddesign tut, als gehe es um etwas Geheimnisvolles. Was ist an Demenz geheimnisvoll? Was ist an Justizirrtum geheimnisvoll? Was ist an einem durchgeknallten Psychiater geheimnisvoll?
Und in den letzten Minuten wird das Konstrukt, was vorher in keiner Weise auch nur erahnbar war, entgeheimnisst werden. Da guckt der Zuschauer in die Röhre.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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