Massive Talent

Schön versponnen aus Hollywoods Trickkiste

Tja, wenn man vor lauter Talent kaum mehr gehen kann. Das ist schon eine Idee, die einem erfolgreichen Hollywood-Star wie Nicolas Cage zu denken geben kann. Und auch ein Hollywood-Star dreht nicht jeden Tag, der hat auch mal Zeit am Pool zu liegen und Däumchen zu drehen – und Ideen zu haben oder Ideen anderer zu wälzen. Es kann natürlich auch vollkommen anders sein.

Ein Hollywood-Regisseur möchte unbedingt einen Film mit Nicolas Cage machen. Also muss er eine Rolle erfinden, die dem Star schmeichelt, ihm Möglichkeiten gibt, sich auszutoben.

Tom Gormican hat mit Kevin Etten dem Filmstar Nicolas Cage ein Buch auf den Leib geschrieben, das dieser garantiert nicht ablehnen konnte. Es baut den Star nicht nur als ihn selber in den Film ein, es reflektiert typische Probleme eines Schauspielers, besonders eines viel beschäftigten und eines berühmten.

Es wimmelt in dem Film von Zitaten nicht nur aus Filmen von und mit Nicolas Cage, was dessen Wirkungsgeschichte nochmal überhöht. Der Star lebt selbstverständlich getrennt von seiner Frau Olivia, Demi Moore; über beide gibt es Kommentare von anderen Mitspielern; und selbstverständlich ist Nicolas Cage, der hier Nicolas Cage spielt, ein schlechter Vater, das zeigt der 16. Geburtstag seiner Tochter; das ist ja so viel Klischee wie Wahrheit der meisten Elternteile, die Karrieristen sind.

Hollywood versucht, sich selbst zu reflektieren; unterschwellig auch, dass diese Kaliber von Stars eh nur sich selber spielen. Die Drehbuchautoren schreiben Nicolas Cage eine Karrierenkrise zu, es klappt nicht mit einer Traumrolle von ihm; er ist überschuldet, kann die Miete nicht mehr bezahlen für sein Luxusappartment. Da kommt dieses Angebot, das kein Schauspieler ausschlagen kann: lediglich als Gast auf einer Geburtstagsparty in Mallorca aufzutreten für eine Traumgage.

Sein Auftrag- und Gastgeber auf Mallorca mit riesiger Residenz ist Javi Gutierrez (Pedro Pascal). Ihm werden politische Intrigen und die Entführung der Tochter eines katalanischen Politikers vorgeworfen. Der CIA ist hinter ihm her. Andererseits ist er ein Verehrer von Nicolas Cage und hat ein Drehbuch für ihn geschrieben, was vom Agenten gleich weggeschmissen worden ist.

Cage wird jetzt auch als Agent für den CIA eingespannt. Selbstverständlich ist er von der dusseligen Sorte, die im letzten Moment alles richtig machen – und das ist ja nicht nur nach Hollywoods Nähkästchen.

Was gehört noch dazu, zu solcher Hollywood-Unterhaltung nebst diversen Pistolen und Verfolgungsjagden? Missverständnisse, Intrigen, Entführungen, Überwachungen, die gelingen und solche, die nicht, Fehleinschätzungen und in all den Wirrungen entspannt sich eine sanfte Männerfeundschaft zwischen Cage und Javi.

Hier kommt mir Hollywood vor wie ein kleines Kind, das nicht recht weiß, was machen mit der Zeit und das mit seinem Spielzeug aus dem unerschöpflichen Storyfundus Blödsinn treibt – selbstverständlich gekonnt.

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