Bezzel & Schwarz – Die Grenzgänger. Folge 1: Westen (BR, Montag, 13. Juni 2022, 20.15 Uhr)

Nur noch blamabel

Bei aller Sympathie für die beiden Typen Bezzel und Schwarz, bei aller Sympathie für einen mehrfachen, querschnittsgelähmten Paralympicsieger (ausgewalzte ca. 12 Minuten mit schweren Goldmedaillen), für eine Fair-Trade-Kaffeerösterei in Augsburg (zeitschinderisches Einparkmanöver; Gutes tun für Afrika); fürn Krümelhof mit vielen Tieren für traumatisierte Kinder (nach zeitschinderischer Einschlafszene im Camper); überdehnte Schlusssequenz, so eine Sendung ist in Zeiten galoppierender Inflation, in der immer mehr Haushalte die Rundfunkgebühr kaum mehr aufbringen können oder dies nur mit einem Verlust an Lebensqualität bewerkstelligen können, sind solche Sendungen, in denen Stars, die gerade vom Zwangsgebührenhaufen gut kassieren, hier nochmal zugreifen (5’000 Euro pro Tag?) – sie tun es nicht für Gottes Lohn, in keiner Weise mehr zu rechtfertigen sondern es ist nur noch blamabel.

Die Politik tut alles, um die besonders betroffenen einkommensschwachen Haushalte zu entlasten; aber die unfair zu Lasten dieser erhobene Rundfunkhaushaltsgebühr bleibt unangetastet und drückt bei immer mehr Haushalten immer schwerer aufs Budget, und die Stars Bezzel und Schwarz scheinen das – so richtig gedankenlos – überhaupt nicht zu realisieren und machen munter weiter mit auswendig gelernten Pointen und immer weniger spontan, ja sogar ermüdet wirkend, Werbung für immerhin nur noch Dinge, die mit gutem Zweck verbunden sind oder mit physischer Behinderung zu tun haben. Aber die Stars kassieren und kassieren und kassieren. Es interessiert sie nicht, woher dieses Geld kommt. Insofern wirkt das Interesse an Benachteiligten geheuchelt.

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