Der kleine Nick auf Schatzsuche

Akkurate 50er Jahre

Ordentliche Bubenzeit in den übersichtlichen 50er Jahren in Frankreich. Die Buben tragen noch diese ganz kurzen Hosen. Die Freunde um Nick sind eine prima Typenmischung vom kleinen Professor über den rundlichen Vielesser bis zum Neureichensohn, der vom Papa lernt, dass man alles kaufen kann.

Nicks Vater ist ein Bürolist. Das ist nicht besonders ruhmreich. Kann aber auch so beschrieben werden, dass es anders klingt. Und der Vater, der Polizist ist, ist lediglich Verkehrspolizist, also für Räubergeschichten ungeeignet.

Julien Rappenau, der mit Mathias Gavatry neue Geschichten vom kleinen Nick nach René Goscinny geschrieben hat, erzählt diese in lakonischem 50er-Jahre-Tempo, stellt sie konsequent aus Sicht des Buben dar, eine Weltsicht, die dabei ist, den Wert von Freundschaft zu entdecken, die anfängt, sich nicht unbedingt mit den Dingen abzufinden, die listenreich und fantasievoll ist, andererseits aber doch wieder sehr ordentlich.

Eine schön aufgeteilte Weltsicht: die eine Lehrerin ist sehr streng, das reine Klischee, die das Lehrerinnentum als Kampfsport mit harten Befehlen sieht, während die Lehrerin von Nick und seinen Freunden immer noch darunter leidet, dass ihre Mutter sie verniedlicht und sie als ungeeignet für diesen harten Beruf sieht.

Es geht um Entscheidungen von existenzieller Bedeutung. Der Vater von Nick soll nach Südfrankreich umziehen für einen Karrierschritt. Die Mutter macht das widerstandlos mit. Aber Nick sinnt auf Listen – und erreicht das Gegenteil.

Es gibt Menschen, die sind verunsichert, wie die Mutter von Nick, wenn sie in feine Gesellschaft eingeladen wird. Es gibt Tricks, mit denen der Vater Nick für sich gewinnen will als geheimnisvoller Erfüller des Traumes vom Schatz von Olaf Einauge.

Der Film will nicht mit verifizierbaren Fakten beeindrucken, ihm gefällt die freie Stimmung und das geistige Erwachen der Knaben, wie sie Freunde sind, keine Bösartigkeit kennen, aber schon Auseinandersetzungen.

Und auch der neugierige Nachbar fehlt nicht, der intim teilnimmt am Leben von Nicks Familie. Es ist eine Welt noch weitreichend als Kinderzeichnung, aber sie wirkt auch etwas wie die Erinnerung an die Kinderwelt des Autors, die diese ja auch wieder verändert.

Es gibt den Hausmeister der Schule, dem immer die Pfeifen gestohlen werden und die Nachbarin mit dem kleinen Hund, aus dessen Garten einer der Buben als Mutprobe jeweils den Fußball zurückholen muss. Der Film schidlert eine glückliche, und gleichzeitig immer mit einem aufregenden Thema beschäftigte Bubenzeit, in der die Freundschaft zu den anderen Buben unerlässlich ist.

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