Die Fenster offen, um zu fliegen. Konstantin Wecker, ein Leben (ARD, Dienstag, 31. Mai 2022, 00.05 Uhr)

Kuddelmuddel-Verhau-Babbel-Doku

Die Archivausschnitte mit den Auftritten des jungen Konstantin Wecker machen verständlich, warum er die Menschen so begeisterte. Allein diese Stimme – in einer privaten Aufnahme von einer Geselligkeit singt er ein Stück aus einer italienischen Oper und das erinnert an die großen lyrischen Tenöre aus Italien. Der ist er nicht geworden. Aber sein politisches Engagement, seine Energie, sein enormes Need, die Lieder zu singen und dann das Timbre, das macht unwiderstehlich.

Die Doku von Gabriele Pfaffenberger allerdings ist nicht ganz so unwiderstehlich. Sie ist der lieblos übliche Verhau aus Talking Heads, Blabla, aus Archivmaterial und aus eigens gedrehten Szenen, das Haus, wo er aufgewachsen ist, die Isar, die Schule.

Den Fernsehoberen scheint einfach, wenn es um die Hommage zum 75. eines nicht bezähmbaren Künstlers geht, vor Fantasielosigkeit überhaupt nichts einzufallen, schon gar nicht die Idee, eine Art gültiges, verbindliches Porträt zu erstellen.

Über Wecker ließe sich bestimmt allein aus den Dokus seiner Auftritte eine hochspannende Geschichte entwickeln, die nicht ständig durch peinliche Statements von Promis verwässert wird. Aber das würde wohl Arbeit bedeuten. Schal versenkt die ARD den Beitrag auch noch nach Mitternacht. Fadenscheiniger Vorwand: es fängt der Geburtstag des Künstlers an.

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