Jim Allison – Pionier, Krebsforscher, Nobelpreisträger

Ein gemütlicher Mexikaner,

ein Mundharmonikaspieler, ein Sturschädel, als Jugendlicher ein ‚Troublemaker‘, ein Kreativer, ein besessener Forscher, ein Nobelpreisträger, ein Familienvater ist Jim Allison. Sein Forscherkredo ist die Skepsis scheinbar plausiblen Thesen gegenüber und vor allem diese per Experiment zu prüfen bis zum Killerexperiment.

Nicht mit dem Offensichtlichen zufrieden sein, auch wenn die ganze Forscherwelt jubelt. Und wenn Allison eine Hypothese hat, dann lässt er nicht locker bis zum Beweis. Das kann mitunter frustrierend sein; und selbst wenn der Beweis gelingt und ein daraufhin entwickeltes Medikament bei Patientin Sharon den Krebs zum Verschwinden bringt, dann fängt die Mühsal, eine Pharmaproduktion zu finden, die es bis zur Zulassung bringt, erst an. Das kann zehrende Jahre kosten. Jahre, unter denen die Familie leidet, bis seine Frau sich von ihm trennt. Was solls, wenn man eh Tag und Nacht mit einer Forscherin zusammen ist, die auch nichts anderes im Kopf hat…

Bill Haney porträtiert diese bemerkenswerte Persönlichkeit, deren Forscherleben der medikamentösen Bekämpfung des Krebses gilt, am Leitfaden der Chronologie. Der Junge wächst in einem Arzthaushalt auf, Mutter stirbt an Krebs, wie der Bub elf Jahre alt ist. Ihn interessiert die Biologie und die Kreationisten, die Einfluss wollen, sollten sich besser nicht mit ihm anlegen. Er will aber nicht nur verbissener Wissenschaftler sein, er liebt Partys und Country-Musik, spielt selber mit.

Allisons wissenschaftliches Interesse fokussiert sich immer mehr auf die Frage, wie kann das Immunsystem dazu gebracht werden, Krebszellen zu bekämpfen, eine Immuntherapie zu entwickeln. Dafür gibts den Nobelpreis.

Seine Professorenkarriere führt ihn erst nach Berkley, dann nach New York, anschließend zurück nach Texas. Es ist ein Film, sicher interessanter für den Wissenschaftsinteressierten, mit vielen Grafiken über das Funktionieren von T-Rezeptoren und Autoimmunerkrankungen und weniger für den Klatschinteressierten. Dabei wird der Wissenschaftsstoff immer wieder aufgelockert durch Allison Mundharmonikaspiel.

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