Meine schrecklich verwöhnte Familie – Pourris Gâtés

Monaco

ist eine Brutstätte für das Verwöhnen, das heißt auch Versauen, von Kindern.

Monaco, das kleine Fürstentum zwischen Riviera und Côte d‘ Azur, ist zugebaut mit Wohnkästen der scheußlichsten Art, darin aber brütet der Reichtum seinen verwöhnten Nachwuchs aus.

So schildert es Nicolas Cuche, der mit Laurent Turner auch das Drehbuch geschrieben hat, anfangs seines Filmes. Es ist zum Übelkeit kriegen wie die Kinder des – wie er sich selber mal nennt – Polaken (Gérard Jugnot), sorg- und gewissenslos mit der Kohle des Vaters rumschmeißen. Vielleicht wurde er so nachsichtig, weil die Mutter schon länger tot ist; vielleicht hat er sich einfach zu sehr für seine Firma interessiert, gehobener Stil mit Fahrern und Beratern und einem Ausblick über das Mittelmeer hoch über den Wohnetagen Monacos.

Tochter Stelle (Camille Lou) ist ein oberverwöhntes Ding, die Dienerschaft und Personal von Läden und Schönheitssalons von oben herab dreckig behandelt und sich von einem Latino-Lover aus Argentinien (Tom Leeb) den Hof und den Schmu machen lässt. Ihm ist meilenweit anzusehen, dass er mit Hochzeit nicht sie, sondern ihr Erbe meint.

Der übergewichtige Phhilippe (Victor Artus Solaro) schwadroniert ständig von absolut bescheuerten Geschäftsprojekten, akutell die vom Typen, der für einen die Schuhe einträgt.

Alexandre (Louka Meliava) ist vor allem auf Frauen aus, wobei ihn das Geschlecht mehr als das Alter interessiert.

Aus heiterem Himmel sind die Konten der Kinder plötzlich gesperrt, die Firma des Alten ist pleite, vor einer Hausdurchsuchungsaktion der Polizei kann sich der Vater mit den Kindern nur durch eine Hintertür und mittels Autohiking retten und sich in die Nähe von Marseille absetzen, wo das krasse Gegenteil von Luxus auf die Vier wartet.

Es gibt keine Handys und kein Geld mehr.

Mehr sollte man gar nicht verraten von dieser charmanten und wunderbar gebauten moralischen Komödie, die beinah auch, zum Entsetzen des Vaters, zum Hochzeitsfilm zu werden droht und die zeigt, dass im Ernstfall im Menschen noch ganz andere Fähigkeiten schlummern, als der erste Eindruck – und die wirtschaftlichen Verhältnisse – oft vermuten lassen und dass geschenkter Reichtum allein nicht glücklich macht, sondern verderblich für den Charakter ist.

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