A Sound of My Own (DOK.fest 2022)

Portrait of a Young Artist
als Hommage an einen Vater und an die Musik

Die Verknüpfung dieser drei Elemente präsentiert Rebecca Zehr in der faszinierenden Art eines Filmes nicht unähnlich den inspirierenden Filmen der Beat-Generation: vornehmlich in Schwarz-Weiß mit der Attitüde einer experimentell-essayistischen Collage aus Animationen zum Thema Gehör und Weg des Tones zum Trommelfell, mit Splitscreen-Spielen und einer Mischung aus Archivaufnahmen und aktueller Dokustrecke insgesamt mit besonderer Sorgfalt bei der Herstellung der Tonspur, die zwischendrin überraschend mit Soundverzicht arbeitet.

Die Protagonistnin, die hier sensibel porträtiert wird, ist Marja Burchard, die Tochter von Christian Burchhard. Der war Musiker bei der berühmten Band Embryo.

Christian stirb 2018. Seine Tochter übernimmt dessen Position in der Band. Der Film zeigt sie an verschiedenen Instrumenten, dem Ton nachhorchend, den sie erzeugen, Zither, Gitarre, Akkordeon. Trompete, Xylophon, Schlagzeug.

Mit dem Tod des Vaters wird die Tochter aber auch mit einer enormen Hinterlassenschaft konfrontiert. Kartons über Kartons, Regale über Regale voll mit Tonträgern, bespielten und unbespielten, Noten, Konzertmitschnitten. Freunde helfen ihr beim Räumen. Aber sie können nicht wissen, was wertvoll ist und was nicht, wertvoll für Marja. Am liebsten würde sie allein sein und in Ruhe entscheiden. Eine junge Kreative und die Last der Erbschaft.

Zwischen ihren vielen Talenten will sie ihren eigenen Ton finden. Ein Ansatz ist die musikalische Verantwortung bei den Aufführungen eines asiatischen Performers.

Der Film von Rebecca Zehr zeichnet sich aus durch eine bedingungslose Faszination durch seine Protagonistin, immer auch spontan bereit, Dinge zu sehen, die nicht im Drehplan stehen, ohne dadurch den Eindruck von Beliebigkeit zu erwecken; weil der Film sich hineinfühlend die Welt seiner Protagonistin abbilden will, die erblich erheblich belastet und auch begabt ist und trotzdem den eigenen kreativen Kosmos abstecken und erkunden will. Der Film macht neugierig auf den weiteren Weg der jungen Künstlerin, die er porträtiert.

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