7 Gipfel Bayerns – Die Hochfrottspitze (BR, Donnerstag, 14. April 2022, 20.15 Uhr)

Angenehm nüchtern

berichtet Marc Haenecke in dieser Reihe ‚7 Gipfel Bayerns‘ über den höchsten Gipfel im Regierungsbezirk Allgäu, die Hochfrottspitze. Als Tourguide begibt er sich auf einen Weg von unten im Tal auf den Gipfel und dann wieder runter.

Die wenigen Menschen, die in diesem schroffen Tal mit seinen Weiden arbeiten, kommen zu Wort. Es sind Leute, die ehrenamtlich dafür sorgen, dass die Wanderwege in einem guten Zustand bleiben, Menschen, die ein Gasthaus betreiben, eine Wirtschaft oder die nur teilzeit im Sommer eine Alp bewirtschaften. Aber auch Naturforscher; gerade in der hochalpinen Gipfelnähe herrscht ein lebensfeindliches Extremklima, in dem nur wenige Pflanzen und Tiere überleben – und die sind wenig erforscht, zum Beispiel Birkhühner.

Dann will auch der Tourismus eingehegt sein. Das Glück der Hochfrottspitze ist es, dass es keinen markierten und gesicherten Weg hinauf gibt; der ist nur für erfahrene Kletterer geeignet; die müssen sehr vorsichtig sein, weil das Gestein so brüchig ist.

Die Leute, die hier zu tun haben, scheinen ein zurückhaltender Menschenschlag mit klarem Verstand zu sein, und nie ohne ein Lächeln; sie fühlen sich magisch angezogen von dieser Bergwelt. Sie können 15 mal am Tag auf den Gipfel schauen und jedes Mal sieht er anders aus – und das übers ganze Jahr.

Auch die Sennerei ist kein Freizeitspaß; es ist harte Arbeit, früh aufstehen, Unkraut von den Weiden entfernen, das sie sonst in kürzester Zeit überwuchern würde, Landschaftspflege, aber es sind jahrhundertealte Traditionen, die sich vermutlich bis in die DNA der Menschen hinein verfestigt haben.

Das Tal war auch eine frühe Attraktion für den vor weit über hundert Jahren aufkommenden Bergtourismus: der Heilbronner Weg bis zum Fuß des Gifpels gibt einen Hinweis darauf: Bergfreunde aus Heilbronn sind dem finanziell nicht gut ausgestatteten Tal damals zu Hilfe gekommen.

Eigentlich könnte der Dokumentarist dem bergigen Charme dieser Menschen und der wilden Berglandschaft voll vertrauen, bräuchte gar nicht so eine geschwollene Süßmusik drüberlegen und weniger Drohnenflühge hätten es auch getan.

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