Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse

Kino als Herberge

für staatstragend sterile Stehparties von Schauspielern aufgemischt mit endlosen ebenso steril-düsteren Computeranimationen als Symbol für die Magie von Macht.

Es geht um die zwei Gesichter von Macht: die gute Macht und die usurpierte, also die böse Macht.

Hier ist es ein computeranimiertes Rührwesen (Muggerl) in der Tradition von Drachen, das am Ende den guten Herrscher mit einem Kniefall vor ihm kennzeichnen wird. Kurz nachdem der böse Herrscher mit seinem Faketier sich gekrönt hat.

Zwischen der Geburt der beiden kleinen Viecherl und ihres Einsatzes zur Bezeichnung des Herrschers liegen über zwei zähe Stunden Film.

Die Viecherl kommen in einer wilden Schlucht als Eier zur Welt. Mutter stirbt. Das eine Viecherl wird überwiegend in einem Koffer durch den Film getragen. Das andere wird vom bösen Herrscher getötet und er erstellt aus den Resten ein Hologramm, das ihn als Herrscher kenntlich machen soll. Zwischenzeitlich vermehren sich die Koffer und es ist wie beim Hütchenspiel: in welchem ist das machtentscheidende Viecherl?

Das Thema Familie spielt eine Rolle, das Thema des Bastards. Jeder Herrscher hat seine Leute um sich. Praktisch alle Figuren verfügen über mehr oder weniger magische Kräfte. Das scheint willkürlich verteilt. Das kann ein kleines Stecklein sein, ein Hölzchen, ein Amulett, eine Kette. Mit den Tricks aus diesen Teilen wird die Überlänge des Filmes vollgestopft, dass schwer ist zu sagen, wie nun die Magieverteilung zustande kommt, wer nun wieso nur in diesem oder jenem Moment die Magie einsetzt und warum im anderen nicht.

Von Spionage ist die Rede. Oft laufen Männer mit den typischen Hüten und Mänteln herum und gucken finster. Die Schauspieler, die letztlich vor allem statisch Sätze von sich geben, bewegen sich kaum, aber um sie herum montiert der Computer ständig neue, düstere Welten, die wenig Licht vertragen.

Vielleicht bereitet der Film ja Vergnügen den Leuten, die sich auskennen in dem Fantasieuniversum der Dumbledoors, der Grindelwalds, der Scamanders, der Goldsteins und Kowalskis, der Hicks und Fischers, der Vogels und Santos, egal ob sie in Berlin oder in Bhutan in computeranimierten Bühnenbildern herumstehen oder herumgewirbelt werden.

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