Der Fluss ist sein Grab – Ein Krimi aus Passau (ARD, Donnerstaga, 7. April 2022, 20.15 Uhr)

Drogenpfuhl Passau –
Stories mit Unwuchten

Diese Neuauflage eines Passau Krimis, Regie Andreas Herzog, Buch Michael Vershin, leidet unter Unwuchten. Zwei Geschichten greifen über das Personal ineinander über.

Die leichtere ist die Drogengeschichte. Die erhält ihren Pfiff von der Zeitungsvolontärin Mia (Nadja Sabersky). Sie erweist sich im Medienrecherchebereich als mindestens so ein Spürhund wie ihre Mutter Frederike (Marie Leuenberger); wie ein Hund, der den Knochen nicht los lässt, recherchiert sie den Weg der Drogen nach Passau zu den Handelsplätzen; einen Pusch erhält sie dadurch, dass demnächst ihr erster Artikel gedruckt werden soll über Frau Haertel (Bettina Mittendorfer, hier in einer Liegerolle im Spital); bringt aber, da sie von einem Drogensüchtigen niedergeschlagen worden ist, das Thema in den Film.

Diese Story hängt zu lange in der in einem leeren Fabrikgebäude versteckten Drogenverteilplatz vor Passau, aus dem Mia kaum mehr herauskommt; in welchem sie wie in einer Falle festsitzt. Vermutlich eine finanzielle Überlegung, um Locations zu sparen; bringt die Story nicht voran.

Der andere Geschichtenstrang ist eine Weiterverfolgung der Ursprungsgeschichte, dass Frederike immer noch in Passau im Zeugenschutzprogramm ist, weil sie in Berlin einen Gangster hat auffliegen lassen. Der Clan hat längst die Vermutung; im ersten Fall wurde allerdings einer seiner Jagdhunde von den beiden Hobbyermittlern Frederike und Zankl (Michael Ostrowski) umgebracht und in die Donau entsorgt.

Jetzt erscheint, weil eine Uhr des Verstorbenen aufgetaucht ist, dessen Vater Adil Bahadari in Passau und will Nachforschungen anstellen. Sein Kontaktmann ist Zankl. Die Besetzung der Rolle mit Husam Chadat führt zu einer gewissen Schwerblütigkeit des Storystranges, der sich die beiden Protagonisten nicht entziehen können; die gewisse, bislang typische Leichtigkeit – und auch immer wieder sich einstellende Verwegenheit – stellt sich gerade mal mit dem Hündchen (als Eisbrecher) oder dem ungezogenen Gör von Hotelgästen ein. Sonst scheint Chadat zu glauben, mit seiner Rolle das ganze Elend sämtlicher Bürgerkriege des Nahen Ostens mitspielen zu müssen. Ob die Casterin Franziska Aigner-Kuhn das nicht hatte einschätzen können?

Die Absicht hinter einem solchen Krimi ist aber wohl doch Unterhaltung und nicht Drama. Dafür kommt Sohn Franz (Alexander Gaida) vom Drehbuch her nicht über Statistenauftritte hinaus; schade. Immerhin hat der Zuschauer am Ende die Gewissheit, dass Frederike und Mia nicht aufgeflogen sind, dass er sich also durchaus auf weitere Folgen freuen darf.

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