Death of a Ladies‘ Man

Diese Gespenster

Wer hat sie gerufen. Sie sind überall. Der Alk? Der heißgelaufene Intellekt? Die irisch-kanadische Mischung? Die Frauen? Ein gebrochenes Vater-Sohn-Verhältnis? Gehirnerkrankung?

Samuel O‘ Shea (Gbriel Byrne) ist Professor für Poetik in Hamilton im französischsprachigen Kanada. Er ist verheiratet, geschieden. Er hat einen Sohn Layton (Antoine Olivier Pilon), der sich gerade outet und gleich von seiner ersten heißen Liebe verarscht wird. Für den Vater, ein Frauenheld, schwer nachvollziehbar.

Samuel lebt beinah schizophren in zwei Welten, in der seiner Vorstellung und in der seiner kaputten menschlichen Verhältnisse. Auch seine Tochter taucht mit einem wenig zukunftsverheißenden Typen auf, der Dichter werden möchte und das mit Dope der härteren Art verwechselt.

Samuel hat in seiner Vorlesung an der Uni die irrsten Wahnvorstellungen, richtig krass ist die Reaktion seiner Studenten. Man glaubt, man ist in einem absurden Film. Sein jung verstorbener Vater erscheint ihm penetrant immer wieder, kann das Verhältnis nicht kitten. Auch dessen Ehe war zerrüttet.

Samuel erwischt seine Frau mit einem fremden Kerl beim Ficken. In der Uni verkriecht er sich hinter dem Pult.

Irland soll Samuel retten. Da gibt’s großartige Grüninselaufnahmen. Und Charlotte (Jessica Paré) ist seine Muse. Dadurch kann er schreiben, bringt gar ein Buch heraus. Aber auch Schnitter Tod folgt ihm. Tod. Zwischentod? Oder Heilung?

Bei den Anonymen Alkoholikern findet Samuel sich wieder. Nichts ist fest in diesem Leben. Im Leben sieht er immer auch den Zerfall. Die Liebe wäre das einzige. Aber auch sie ist sowas von vergänglich.

Porträt eines zerrissenen Künstler, eines unzuverlässigen Mannes und Familienvaters. Eines Menschen, den vielleicht nur das Bewusstsein, das nackte Bewusstsein im Sein erhält – und das Schreiben. Denn es wurde ja auch noch ein sensationell großer Gehirntumor diagnostiziert. Ist das Sein überhaupt nur Einbildung, die an vergänglich Materiellem irgendwie sich anhaftet und ohne dieses nicht sein kann, das sich Dauer nur vom Begriff Liebe verspricht? Gegen diese wiederum arbeitet wie eine Erosion der Egoismus, die Egomanie des Autors, andere verletzend, selbstzerstörerisch, ein Leben, das auf dem Zahnfleisch geht. Und was meint Lazarus dazu?

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