Die Gangster Gang

Dieser Film kommt mir vor, als ob Schuljungs, die schon jede Menge Gaunerfilme gesehen haben, diese flachsend verarbeiten, ihre Begeisterung für Genre und Figuren mit dieser Animation ausdrücken und das Genre lustig Purzelbäume schlagen lassen, denn ständig wird wieder in Frage gestellt, wer denn hier der Gute, wer der Böse sei.

Anfangs ist die Gang ganz klar eine Gang, es sind Diebe und alles Wohltätige ist für sie der Horror und nur die größte Herausforderung reizt sie. Es ist dies eine hochbewachte goldene Delphinfigur, die einem Menschen für seine Wohltätigkeit verliehen werden soll, dem Professor Marmelade, der ein Meerschweinchen ist.

Überreicht werden soll die Statue von der Gouverneurin Diane Foxington, die eine Gute ist und Füchsin dazu. Auf der anderen Seite der Moral steht die Gang, bestehend aus dem Anführer, dem Wolf, der flankiert wird von einer Schlange, einem Piranha, einem Hai, einer Tarantel (schön symbolisch für die Beherrschung des Internets).

Der Diebstahl misslingt und setzt die dramatische Handlung in Gang, in der die Moralseiten oft gewechselt werden und immer noch eins drauf und noch eins drauf gepackt wird und die Gang soll zu Guten erzogen werden, was ihr innerlich total widerstrebt. Sie landet im Gefängnis und nachher, tja, die Koalitionen und Abhängigkeiten wechseln, Vertrauen wird auf die Probe gestellt und es gibt auch noch das Meteoriten-Herz mit seinen Qualitäten und die Masse der Meerschweinchen, die leicht manipulierbar sind, aber gewaltig.

Die Meerschweinchen erinnern einen an den Begriff der Schwarmintelligenz oder auch des Schwarmimpuls, wie urplötzlich wegen eines Kriegseinmarsches in die Ukraine die ganze westliche Welt für Aufrüstung ist und solche Dinge.

De Polizistin, die sich endlich redlich verdient machen möchte um das Gemeinwesen ist auch noch da. Die deutsche Synchro ist mit teils bekannten Namen und trotzdem richtig gut gemacht, sie schafft es, den Eindruck von Synchro-Routine zu vermeiden. Die Macher-Gang des Filmes, das sind Pierre Perfiel als Regisseur und Etan Cohen, Aaron Blabey und Hilary Winston als Autoren; der Spaß, den sie bei der Herstellung des Filmes hatten, überträgt sich direkt von der Leinwand.

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