Der Wolf und der Löwe

Ein Löwe ist vom Himmel gefallen.

Die Botschaft des Filmes ist eindeutig und unmissverständlich: schützt die Tiere auf unserem Planeten gegen Wilderei und Missbrauch im Zirkus.

Die Tierschutzbotschaft kam schon in einem früheren Film von Gilles de Maistre vor, in Mia und der weiße Löwe, hier eindringlicher, weil es sich um eine Coming-of-Age-Geschichte handelt, eine besonders aufregende, der ganz beiläufig die Tierschutzgeschichte untergejubelt werden konnte.

Diesmal konstruiert und rankt Gilles de Maistre seine Geschichte um den wahren Kern einer Freundschaft von Klein auf zwischen einem Wolf und einem Löwenbaby, die, wenn sie nicht gestorben sind, offenbar heute noch irgendwo in Kanada leben und sich balgen.

Das Hauptmotiv ist diese tierische Rührgeschichte, da sie praktisch als Geschichte für sich erzählt wird, sich automatisch in die Nähe des Kitsches rückt, was durch die süßmusikalische Untermalung noch unterstrichen wird.

Die Menschenstory drum herum ist nicht dazu angetan, dem Film starken dramaturgischen Input zu verleihen. Alma (Molly Kunz) studiert an einem angestaubten Institut Klavier und ist ehrgeizig, sie möchte das Vorspielen um einem Job bei einem begehrten Orchester für sich entscheiden (Thomas Bernhard würde sie bestimmt als ‚Untergeherin‘ apostrophieren).

So dürfte es bei Alma sein. Deswegen fällt es ihr nicht schwer, dieses Ziel wegen unvorhergesehener Umstände an den Nagel zu hängen. Ihr Opa, der idyllisch an einem See gelebt hat, ist gestorben. Ihr Eltern schon länger. Sie fährt zu dessen Anwesen. Dort erfährt sie, dass ein Canis Nix, ein Schneewolf, sich in der Gegend herumtreibt und zutraulich zu ihm und seinem Anwesen ist.

Nicht nur das, bei einer Begehung des waldigen Umschwunges des Anwesens fällt ihr buchstäblich ein Löwenbaby in die Arme. Zu dem Zeitpunkt kennt der Zuschauer bereits dessen abenteuerliche und gesetzeswidrige Herkunft.

Gleichzeitig machen zwei böse aussehende Männer auf ihrem Grund Jagd auf den weißen Wolf. Er verfängt sich in einer Falle. Alma befreit ihn. Jetzt muss sich Alma entscheiden, Babyaufzucht oder Orchesterkarriere.

Alma ist eine gute Seele. Sie entscheidet sich für das Leben und nicht für die Kunst. Den Frieden hat sie aber lange nicht. Denn die beiden vermeintlich bösen Männer vom Auswilderungsprogramm sind hinter dem Wolf her, der noch ein Baby zu Alma retten konnte und der Zirkus, der den Löwen als Attraktion bestellt hat, ist hinter dem Löwen her. Der Zirkusdirektor ist nach alter Manier ein Löwendisziplinierer der rohen Gewalt, während sein Bub noch Gefühle für die Tiere hat.

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