My Son (DVD)

Vaterschaft

Es gibt gute Väter, es gibt schlechte Väter; Ottfried Fischer wird demnächst beim BR in den Lebenslinien sagen, dass er seinen beiden Töchtern ein schlechter Vater war; der Vater in Vater- Otac ist ein extrem guter Vater, der für seinen Sohn alles unternimmt, um für ihn sorgen zu dürfen, auch wenn er wirtschaftlich nicht gut dasteht.

Der Vater in diesem Film von Christian Carion, der mit Laure Irrmann auch das Drehbuch geschrieben hat – es ist ein Remake seines eigenen Filmes ‚Mon Garcon‘ , diesmal als britisch-französisch-deutsche Koproduktion – ist anfangs ein ganz schlechter Vater, Edmond (James McAvoy).

Edmond arbeitet im internationalen Ölbusiness, ein riskanter Beruf, wie es heißt, er ist ständig weltweit unterwegs, so dass auch die Beziehung zur Mutter des gemeinsamen Sohnes, Joan (Claire Foy), in Brüche geht. Edmond kann seinem Sohn keine Stabilität geben. Joan hat einen Neuen, Frank (Tom Cullen).

Edmonds Vatergen wird aktiviert, wie sein Sohn aus einem Ferienlager spurlos verschwindet.

Carion fängt den Film schön klassisch an. Eine Fahrt durch das fantastische, herbstliche Schottland. Ein Mann am Steuer. Es ist Edmond. James McAvoy ist eine exzellente Wahl für die Rolle, ein Männerdarsteller, hager, drahtig mit einem wilden Blick, er hat etwas Abenteurerhaftes, man sieht ihm Dringlichkeiten an, wenn er nur schon am Steuer sitzt in der Anfangssequenz. Er vermittelt, dass es um etwas geht, um Essentielles, um Berührendes.

Edmond kommt im Camp an. Polizei ist da. Er entdeckt Joan, seine Ex. Die Ausgangslage wird klar geschildert: das Unfassliche, dass der Sohn, 7 Jahre alt, womöglich entführt worden ist. Aber auch Suchtrupps und Taucher werden in Bewegung gesetzt.

Nach und nach schildert der Film die problematischen Familienverhältnisse, nicht nur die ursprünglichen, auch die neue Familie mit dem neuen Vater ist nicht ideal zu nennen, auch da gibt es Sprünge, Widersprüchlichkeiten. Menschen sind schnell mal widersprüchlich. Daran können sich Spekulationen hochranken, speziell in einem Kriminalfall im malerischen schottischen Hochland.

Andere Spekulationen weisen auf einen größeren internationalen Zusammenhang hin wegen des Berufsumfeldes von Edmond. Jedenfalls wird der schottische Inspektor Roy (Gary Lewis) von höherer Stelle in London vom Fall abgezogen. Edmond und Joan werden ganz auf sich gestellt sein, aber Edmond wäre nicht Edmond, wenn er nicht ein Spur finden würde.

Der Musikscore begleitet soghaft das Unterschwellige, was so einem Film die Würze gibt.

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