Gedankenpalast – Yasmine C. M‘ Barek & Patrick Lindner (BR, Donnerstag, 24. Februar 2022, 23.15 Uhr)

Überflüssig

Überflüssig ist diese Babbelsendung selbstverständlich nicht. Es gibt bestimmt Menschen, die solches Waldgequassele von Oliver Polak mit Yasmine C. M‘ Barek und Patrick Lindner unbedingt brauchen, denen es womöglich den Horizont erweitert oder was immer es mit Zuschauern anstellen mag – wie es halt so ist mit beliebigem Gebabbel-Gesabbel.

Überflüssig ist die Sendung unter der Redaktion von Zwangsgebührentreuhänder Helge Freund allerdings im unfair zu Lasten einkommensschwacher Haushalte zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Es ist privates Gesabbel, wie Menschen es im Wirtshaus führen, es ist ein Austausch, der für die Teilnehmer vielleicht anregend oder bauchpinselnd sein mag. Und vielleicht gibt es Menschen, denen es was bringt, zuzuhören.

Es ist ein Format, das heutzutage jeder nach Belieben auf eigene Rechnung und eigene Verantwortung auf Youtube und Ähnlichem öffentlich zugänglich machen kann und dabei versuchen, mit Klicks Geld zu verdienen.

Die Idee ist nett. Drei Menschen sitzen vermummt im Wald. Ein technisches Team um sie herum. Ein Pfau, der schlecht platzierte Laute abgibt. Eine Musikeinlage. Einmal sollen die Teilnehmer in den Wald hinein schreien. Daran müssen sie noch arbeiten.

Es gib den Zufallsgenerator in Form einer Discokugel, die von einem unsichtbaren Geäst heruntergefahren wird und beim Öffnen zischt. Ein Teilnehmer entnimmt eine Kugel, darin ist ein Zettel, auf welchem ein Begriff steht. Über den muss, bis der Wecker klingelt, geschwatzt werden, zB Wut, Geld (wie teuer ist die Sendung, wie viel erhalten die Gäste, wie viel der Moderator in der Kutte? – Fragen, die nicht beantwortet werden), Hund (Schimpfworte), Einsamkeit („da fällt mir gleich ein Schlager ein dazu“), Cancelculture, Worte („words dont come easy“).

Eine will eine „richtig flexende intellektuelle Basis“ drauf machen, gähn, gähn, zäh, zäh, es zieht sich, laber, laber, quassel, quassel, Schwatzmäuler.

Themenvorschlag: die unfaire Finanzierung des Milliardenmolochs öffentlich-rechtlicher Rundfunk zu Lasten einkommensschwacher Haushalte; eine Finanzierung, die im Jargon demokratischen Steuerrechtes (jeder beteiligt sich nach seinen Kräften an der Finanzierung des demokratischen Gemeinwesens) eine Strafsteuer für einkommensschwache Haushalte geheißen werden müsste; oder davon, dass sich die Reichen des Landes praktisch aus der Finanzierung der Anstalten hinausstehlen. Es ist eine antidemokratische Steuer, mit einem umso höheren Steuersatz, je kleiner die Haushalteinkommen sind und umgekehrt. es ist eine unfaire, antidemokratische Finanzierung einer Institution, die zum Erhalt der Demokratie gegründet wurde, damit nie wieder ein Extremismus in dem Lande aufkomme, nie wieder Rassismus, nie wieder Antisemitismus. – Also irgendwie scheint die Absicherung gegen dergleichen mittels dieses exklusiv teuren Rundfunkes nicht so richtig zu funktionieren.

Der Zwangsgebührenzahler mit dem kleinen Haushalteinkommen kann hier eine ziemlich Wut bekommen und es könnten ihm einige Schimpfwörter einfallen, wenn er sich bewusst macht, dass er zur Finanzierung so einer Sendung auf Dinge verzichten muss, die ihm lieb sind, zum Beispiel auf eine Tageszeitung.

Im Abspann dann der Begriff „Turbokultur“, welche Angeberei! Dabei handelt es sich um ein nicht mehr zeitgemäßes Fernsehen, ein Format, das nichts, aber auch rein gar nichts mehr im zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu suchen hat und das lediglich der Imagepflege von Promis dient, ja das insofern regelrecht Missbrauch des Auftrags der Öffentlich-Rechtlichen zum persönlichen Vorteil der Beteiligten betreibt.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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