Mahendra Highway

Summarische Durchreise

Die titelgebendes Straße, der Mahendra Highway, ist die Hauptverkehrsachse, die Lebensader durch Nepal. Ihr entlang durchquert der Dokumentarist André Hörmann das Land und weist informativ auf die Dinge hin, die wohl ein Reiseführer als sachliche Informationen bereithalten würde. Wie groß eine Stadt ist, wie lang eine Brücke, wie hoch ein Berg, was angepflanzt wird, welche Religion vorherrscht, Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, auf traditionelles Handwerk, auf Naturparks und seltene Tiere, auf bekannte Berge wie den Anapurna oder den Mount Everest, auf die Gefährlichkeit eines Hochgbirgsflugplatzes oder einer Straße.

Es gibt Hinweise auf traditionelle Bewohnerstämme. Oft rast eine Drohne über fantastische Landschaften, grüne Gebiete von Tee- oder Reisanbau, schneeig-gletschrige Berge, subtropischer Dschungel.

Einzelne Menschen werden näher betrachtet, erzählen vielleicht auch etwas über sich, über ihre besonderen Berufe: eine traditionelle Malerin, eine Schnitzerin, der Junge eines Sherpas, der gegen den Willen des Vaters dessen Beruf ergreifen möchte, Klosterschüler, ein Busfahrer, Busse sind das Hauptverkehrsmittel im Lande, Sadus, ein Mahud und sein Elefant, das ist eine lebenslange Gemeinschaft, Teepflückerinnen, traditionelle Landwirte oder Fischerinnen, eine Kindergöttin, eine traditionelle Weberin, ein Hersteller von Süßigkeiten für Pilger.

Hörmann entwirft ein Nepal-Bild, was über die bekanntesten Ikonen hinaus geht, denn meist geht es um die Sherpas und das Basis-Lager des Himalaya in der Schwemme von Extrembergsteigerfilmen, die hier ins Kino kommen. Oder es geht mehr um das Religiöse, die farbenfrohen, pittoresken Traditionen und Rituale von Hinduismus und Buddhismus, die – oft auch mit dem Islam und dem Christentum – friedlichen nebeneinander koexistieren.

Die Einzelschicksale, die der Dokumentarist herausgreift, sind so geschildert, dass man gerne mehr davon erfahren würde. Völlig ausgeblendet wird die politische Situation, die gesellschaftliche Organisation, das Rechtssystem, die ökonomische Gesamtlage, die Geschichte.

Die Filmmusik, die Hörmann über seinen Film legt, hat etwas Beliebiges, sie orientiert sich nicht an den Klängen des Landes, sondern an einem Sound von großem Kino allgemein; ein Film, den man wahrscheinlich eher am Fernsehen oder auf DVD anschauen wird als im Kino.

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