Lunana – Das Glück liegt am Himalaya

Ein Mensch hat einen Plan, etwas durchkreuzt diesen Plan, aber der Mensch macht was draus.

Das ist ein universelles und bewährtes Erzählmuster, das hat gerade letzte Woche das französische Kino mit Plötzlich aufs Land bewiesen (Wissenschaftlerin mit Karriereambition in Amerika landet als Veterinärin in der französischen Provinz).

Hier im Film von Pawo Choyning Dorji ist es der junge Lehrer Ugyen (Sherab Dorji), der vom Land des Bruttosozialglückes Bhutan nach Australien auswandern möchte. Stattdessen landet er in Lunana, dem abgeschiedensten Nest Bhutans, wobei sich die Armseligkeit des Dorfes wohl mehr am filmisch reizvollen Gegensatz der Differenz zum Traum von Australien orientiert als an der Realität. Aber es ist so milde und schön gefilmt, was soll’s.

Nur schweren Herzens sagt Ugyen diesen letzten Teil seiner Ausbildung zu, verschiebt den Australien-Traum. Schon der Weg Lunana ist unewartet lang und beschwerlich und nicht im Sinne seiner Erwartung.

Aber die Kinder auf 4800 Metern Höhe, die nur mit Tagesmärschen zum nächsten zivilisierten Ort kommen können und nur, wenn nicht Winter ist, sind bildungshungrig.

Besonders Pem Zam, das hellwache Mädchen, provoziert den neuen Lehrer. Er muss sich erst einige zivilisatorische Angewohnheiten abschminken, geheizt wird mit Yak-Dung, Papier ist eine Rarität, die Fenster sind mit Papier notdürftig abgeklebt und da wo der Donnerbalken ist neben dem Haus, steht ironischerweise „Kitchen“.

Schön gradeheraus erzählt der Film, wie die Bewohner und die Kinder und besonders eine junge Frau und Sängerin den Lehrer zum Bleiben verführen und wie es ihm schwerfällt, kurz vorm Wintereinbruch doch aufzubrechen.

Im Film gibt es immer wieder Songs, moderne amerikanische oder traditionelle von den Yakhirten, aber nicht so viele, dass man von einem Musical sprechen könnte.

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