Aline

Was haben der Vatikan und Wodka gemeinsam?

Im Französisch des urig-ländlichen Quebec in Kanada hören sie sich ganz ähnlich an. Das ist in einer der frühen Szenen dieses auf fettes Märchen gebürsteten Biopics über die Sängerin Celine Dion, hier Aline Dieu, in der Regie von Valérie Lemercier, die mit Brigitte Buch auch das Drehbuch geschrieben hat und gleich selbst die Rolle der Protagonistin übernimmt, wohl bereits ab dem Alter von 12 Jahren: meisterhafte Maskenkunst auch.

Die Autorinnen geben gleich zu Beginn des Filmes zu vertstehen, dass die Biographie von Celine in erster Linie Anregung für den Film war und sie da vieles umgebürstet haben. Aline ist das jüngste von über einem Dutzend Kinder einer armen, musikalischen Familie in der Provinz. Das Vatikan-Wort kommt in der ersten Phase des Filmes vor, wie Aline ihren ersten Welthit landet. Ihr Manager Guy-Claude Kamar (Sylvain Marcel) verkündet stolz, dass das Lied im Vatikan der Hit sei. Aline weisßin diesem Moment nicht mal, was und wo dieser Vatikan ist.

Ihr Manager scheint ein guter Mann zu sein, der sie behutsam zum Star heranzieht über ihr Coming-of-Age hinweg. Während der Zeit verordnet er ihr eine Ruhepause und Ausbildungen, Englisch, Zähne richten, Tanzen, Interviews geben. Sie ist unsterblich verliebt in ihn, immer mehr. Ihre Mutter Xylvette (Danielle Fichaud) versucht, das zu verhindern. Ohne ihn kann Aline nicht singen.

Es wird eine Geschichte wie geschrieben für die Klatzschspalten. Und so breitet der Film sich auch aus. Es ist der Nähkästchenblick auf ein berühmtes Leben, das selbst wiederum in Teilen so schwer ist, Karriere und Kinder unter einen Hut zu bringen; die kräftezehrenden Auftritte oder dass die Protagonistin sich verläuft im neuen Haus; alles so, wie es im Goldenen Blatt oder Frau mit Herz oder wie die Blätter alle so heißen, nachzulesen gewesen sein dürfte.

Die Stärke des Filmes ist die Darstellung von Valérie Lemercier, gerade auch beim Vortrag der Lieder; da trifft der Begriff der ‚Verkörperung‘ punktgenau. So dürften Fans auf ihre Kosten kommen.

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