Natur exclusiv: Hundeliebe (BR, Mittwoch, 22. Dezember 2021, 20.15 Uhr)

Hunde gehen immer.

Hundebücher, Hundekarten, Hundefilme, Hundevideos, Hundefiguren aus Sand von Bettlern, Hunde als Stofftiere, Hundekalender.

Haushunde, Schoßhunde, Wachhunde, Kampfhunde, Blindenhunde, Jagdhunde, Lawinenhunde, Hunde als Drogenschnüffler, Hunde als Coronaschnüffler, Hunde zum Füllen der Lockdownleere, Hunde als Kinderersatz, Hunde als Spielzeuge, Hundemuseum.

So weit fasst Ralph Jürgen Schoenheinz das Hundethema in seinem BR-Mittwochabendfilm nicht. Der 22. Dezember, das ist kurz vor Weihnachten. Da soll Wohlgefühl (und auch: Wohlstandsgefühl) in die Wohnzimmer strahlen. Da werden, ohne es explizit zu erwähnen, Hunde aus besseren Milieus vorgeführt. Hunde aus dem Münchner Speckgürtel, aus Häusern, die eher als Villen zu bezeichnen sind mit genügend Auslauf. Hunde, deren Herrchen und Frauchen genügend Geld haben, um mit dem Auto kilometerweit zur Hunde-Physiotherapie zu fahren.

Der Autor Ralph Jürgen Schoenheinz fährt auf Zwangsgebührenzahlers Kosten 400 Kilometer weit, um sich von einem Hundepsychologen sagen zu lassen, was nun wirklich eine überraschende Erkenntnis sein wird für das BR-Mittwochabendpublikum, dass Hunde in den Menschen Kuschel- und Bindungshormone ausschütten; immerhin erwähnt er auch, das ist der kritischste Ton des ganzen Filmes, wird aber nicht eine Sekunde weiterverfolgt, dass Hunde soziale Parasiten seien. Das nicht zu vertiefen, ist schludrig.

Niedliche Welpen dürfen nicht fehlen. Einer kommt zu einer Familie mit vier Buben, aber am Schluss ist doch die Mutter auch die Hundemutter; wozu braucht sie zu den Buben noch ein Kind?
Und was ist mit der tierischen Hundemutter, der nach wenigen Monaten alle Welpen weggenommen werden? Kein Wort davon. Da müsste man schon den beeindruckenden Film Gunda konsultieren. Ob das so menschlich ist, einer Mutter plötzlich alle ihre Kinder wegzunehmen; um sich gleichzeitig als kümmernde Hundemutter aufzuspielen?

Der Speckgürtel kennt kein Gewissen und wir sind beim BR. Das Publikum soll vor tierisch-menschlichen Problemen verschont werden, soll verschont werden davor, tiefer nachzudenken, was denn das für eine Menschenkultur sei, die so zentral Hunde integriert. Offenbar bezahlen die Zwangsgebührenzahler dafür, belanglos berieselt zu werden mit Filmen, die kein Mensch braucht und schon gar nicht die Demokratie.

Wo geboren wird, wird auch gestorben, also darf ein Hundebegräbnis nicht fehlen; fehlt nur noch eine Hundeheirat mit dem TV- und Hundepfarrer Schießler. Für den BR zu verantworten hat die Sendung mit dem angeberischen Titel ein Florian Maurice. Wobei der Titel reiner Etikettenschwindel ist: hier geht es um exklusive Hunde im Münchner Speckgürtel. Warum kann man das nicht so ankündigen?

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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