Notre Dame – Die Liebe ist eine Baustelle

Dieser Film von Valérie Donzelli, die mit Benjamin Charbit auch das Drehbuch geschrieben hat, lässt seine Protagonistin Maud (von Donzelli selber gespielt) höchst charmant durch das vorweihnachtliche Paris dusseln. Sie arbeitet auf einem Architekturbüro, lebt von Vater Didier (Bouli Lanners) ihrer beiden halbwüchsigen Kinder getrennt. Auf den ist kein Verlass.

Die Liebesaskese schaffen die beiden Getrennten auch nicht einzuhalten. Ja, diese Nichteinhaltung führt bei Maud zu einer weiteren Schwangerschaft. All das stresst sie, sie ist unzuverlässig auf der Arbeit. Ein brutaler Bauarbeiter, der direkt neben dem Büro bohrt, erschüttert alles, zerstört ihren Entwurf für einen Wettbewerb, bei dem sich herausstellt, dass sie sowieso zu spät dran ist. Ihr Chef Martial (Thoms Scimeca) droht, sie rauszuschmeißen.

Zuhause baut sie den Wettbewerbsentwurf wieder zusammen. Dann passiert das Märchenhafte. Der Entwurf entschwebt ihr und gesellt sich zum Wettbewerb für die Neugestaltung des Vorplatzes von Nore Dame. Maud siegt. Das sorgt nur für noch mehr Verwirrung, da sie doch gar nicht teil genommen hat.

Durch die Prominenz, die ihr dieser Sieg bringt, immerhin ein Geschäft von über 120 Millionen Euro (7 Prozent davon sind ihr Anteil), kommt sie in Kontakt mit der großen Liebe ihrer Jugend, Bacchus (Pierre Deladonchamps); der nicht, wie sie annimmt, Lehrer ist, sondern Fernsehjournalist.

Das sind beste Voraussetzungen für eine herrliche Komödie, die nichts im Leben allzu ernst nimmt, aber auch nicht verächtlich über Nebensächlichkeiten hinweggeht, wie der Schnee, den ein TV-Sender für ein Interview über den Moderator rieseln lässt, da es jahreszeitlich viel zu warm ist; oder Storys in ihrem Büro mit ihrem Chef, der sich nach dem Wettbewerbssieg ganz schnell sein Stück am Kuchen abschneiden will.

Kleinigkeiten wie Ohrfeigen, die Männer offenbar unmotivert in der U-Bahn oder auf der Straße kassieren. Die Schwangerschaft ist auch noch da. Die Dinge kann sie immerhin mit ihrer Frauenärztin besprechen.

Und natürlich amüsiert sich der Film, und sicher zu Recht, über das Getue bei solchen Architekturwettbewerben und das Wetterwendische der Politik, wie auch die Aufregung über moderne Architektur, speziell wenn ein Entwurf entfernt an ein männliches Geschlechtsteil erinnern sollte. Das alles huscht wie leichter Schneeflockenwirbel gekonnt über die Leinwand, angenehm unterhaltsam.

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