Resident Evil: Welcome to Raccoon City

Resteverwertung

Nachdem Vorgängerfilme wie Resident Evil Retribution oder Resident Evil Final Chapter ansprechende Ansätze für eine Beschäftigung mit künstlicher Intelligenz und Allmachtfantsien von Forschern gaben, scheint es bei dieser neuen Brandingausquetschfolge nur noch darum zu gehen, sich billigst möglich auf dem Schrottplatz ausgelutschter Horrorelemente zu bedienen und unter Verzicht auf eine narrative Anstrengung möglichst dunkel, damit der Dauerstudiocharakter nicht so auffällt, und ohne Exposition, mittels der der Zuschauer sich einklinken könnte, 107 Filmminuten zu füllen, damit der formale Eindruck eines Kinofilmes, für den man Geld nehmen kann, entsteht.

Der Film geht gleich mitten rein in ein Waisenhaus. Ein Mädchen kriecht zu ihrem Bruder in das obere Etagenbett, denn es hat etwas Fürchterliches gesehen. So ein Wesen aus einem Horrorfilm. Und schon gibt es einen Sprung zu den Zweien als Erwachsenen.

Das Schwesterchen ist Claire und wird jetzt gespielt von Kaya Scodelario und das Brüderchen heißt Chris und wird jetzt gespielt von Robbie Amell.

Schwesterchen sucht Brüderchen in Raccoon City auf. Hier ist er Polizist geworden. Auf dem Weg dorthin hat der LKW-Fahrer, der Claire mitgenommen hat, im dunklen Wald eine Frau überfahren. Bis die beiden ihre erste Aufregung gespielt haben, ist die Frau verschwunden.

Ab hier wird der Film gut gefüllt mit immer bedrohlicheren Situationen für die Polizei. Immer öfter treten Zombies auf, immer öfter muss auf sie geschossen werden. Die Alarme häufen sich. Die Szenen kommen dem Zuschauer aus x Horrorfilmen bestens bekannt vor.

Der dominierende Eindruck ist der: Horror um des Horrors willen. So was ist vielleicht am besten zu genießen mit Freunden auf DVD und mit viel Alkohol und wenn es keine Rolle spielt, ob man sich unterhält dabei, verpassen tut man garantiert nichts.

Der Film wirkt wie ein dramaturgischer Horror-Wolpertinger. Es gibt Sätze wie „Wir müssen ihm hinterher, sonst kommen wir hier nie raus.“ oder „Wir müssen hier ganz schnell raus“ oder „ In 5 Minuten fliegt hier alles in die Luft“. Nach dem Labor für Experimente mit Kindern bis zur Flucht im Zug krönt für einige finale Minuten ein hübsches Horrorpflänzchen den Horrorschrotthaufen.

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