A Pure Place

MüllMysterienSpiel

Kann man einen Film machen zum Thema Reinheit/Müll oder menschliche Reinheit und menschlicher Müll?

Nikias Chryssos, der mit Lars Henning Jung auch das Drehbuch geschrieben hat, probiert es und lässt dabei offen, ob es Sekten- oder Mysterienspielparodie/farce sein soll.

Fust ist Sektenführer, immer ganz in Weiß gekleidet. Er haust auf einer griechischen Insel, einsam, mit seinen Auserwählten um ihn herum, alle ganz in Weiß.

Unten in der Villa im Berg ist die Seifenproduktion. Sie wird betrieben von Kindern, die Fust an verwahrlosten Großstadtstränden aufgabelt. Sie sind Dreck und produzieren Seife.

Unter diesen malerisch dreckig geschminkten Kindern ist das Geschwisterpaar Irina und Paul, Irina ist die ältere, gerade am reif werden. Fust auserwählt sie von den schmutzigen Kindern, im Mysterienspiel mitzuspielen. Das kommt einer Initiation gleich.

Voerher wird Irina aufgenommen in den Kreis der Reinen. Das ist eine lüstlingshaft rituelle Entkleidung und Einkleidung, die anderen sind von nackt bis bekleidet. Sie muss mit Siegfried proben, dem Helden des Mysterienspiels, der sich für schmutzig hält.

Mies an Irina ist, dass sie ihren kleinen Bruder Paul in der Seifensiederei zurücklässt. Dabei haben sie sich doch versprochen, nur gemeinsam nach oben zu gehen. Er bleibt mit seinem kleinen Schwein zurück.

Die Reinen haben brutale Bestrafungsrituale mit Auspeitschen oder Seifefressen. In den Leidensbildern sind Elemente der christlichen Passion enthalten.

Der Film schweift zwischendrin immer mal wieder ab hinaus aufs Meer. Er zeigt eine rigide menschliche Ordnung, erstarrt im Zeremoniellen, ein absolutistisches System fernab vom Humanismus- und Menschenrechtsgedanken. Vom Formalen der Bilder her erinnert er an Oper oder an die griechische Klassik. Inhaltlich wird der Absolutismus durch den Kako gezogen. Der Kinostarttermin liegt im herbstlichen Düsterland zwischen Halloween und Weihnachten.

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