Ein Junge namens Weihnacht

Magie ist im Spiel

aber ganz schön verwinkelt und gar nicht offensichtlich auf Anhieb.

Nüchtern erzählt Maggie Smith als Tante Ruth den Kindern der Patchworkfamilie ihres Bruders eine Weihnachtsgeschichte. Nichts von Magie, alles trocken. Die Familie verzichtet dieses Jahr auf einen Weihnachtsbaum.

Der Film von Gil Kennan, der mit Ole Parker und Matt Haig auch das Drehbuch nach dessen Geschichte geschrieben hat, liebt Verschachtelung.

Die Hauptperson in Tante Ruths Erzählung ist der Junge Nikolas (Henry Lawfull), der mit seinem Vater arm und allein in einer kalten Waldhütte wohnt. Mitten im Winter taucht ein Braunbär auf. Aber der Schütze Anders (Rune Temte) ist firm in Pfeil und Bogen. Das erinnert an den schrecklichen Terrorakt vom Oktober in Norwegen.

Der Film spielt im schneeigen Skandinavien, später, im Reich der Wichtel, sind die Kostüme von Folklore aus Lappland inspiriert. Aber noch sind wir nicht bei der Magie. Das wird später deutlich, die hat mit der Mutter von Nikolas zu tun.

Der König herrscht über ein freudloses, trübseliges Reich; da hat Nikolas bereits seinen Freund, eine Maus, kennengelernt. Ihr wird er das Sprechen beibringen, eine typische Eigenschaft, die Pubertierenden mit ihrer hohen Affinität für Magisches gerne anhaftet.

Der König verspricht eine Belohnung für denjenigen, der das Prinzip Hoffnung aus dem Wichtelreich beschaffen könne. So macht sich eine Truppe wilder Jäger auf den Weg. Nikolas folgt nach. Landet im Wichtelreich. Er hält es nicht aus mit seiner garstigen Tante Carlotta (Kirsten Wig), die sich ihm gegenüber dreckig benimmt, schlimmer als jede Stiefmutter bei den Gebrüdern Grimm.

Das Wichtelreich ist von Magie umhüllt. Es darf nicht von Menschen betreten werden. Da gibt es die finstere ‚Mother Something (Sally Hawkins), die könnte inspiriert sein von der schwarzen Schwester der Eiskönigin. Sie verfügt über mächtig böse Magie.

Schlimm für Nikolas ist auch, dass die Männer um seinen Vater einen Wichteljungen (Rishi Kuppa) entführt haben. Anderseits hat er das beflügelte Wichtelmädchen Klein Noosh (Indica Watson) kennengelernt. Hinzu kommt ein magisch-weihnächtliches Rentier. Mit so viel Guten an seiner Seite kann nicht mehr viel schief gehen bei den anstehenden Abenteuern auf der Suche nach Wahrheit in der Abwehr der Lüge. Skandinavische Rentiere können zum Glück aus der Tradition der Weihnachtsfilme längst fliegen.

In diesem wie synthetisch kalkulierten Film wird mit harter Münze gearbeitet, aber Kinder sind hart in Nehmen und im Geben, sind sie doch ständig im Modus der Selbstverteidigung und Selbstbehauptung. Sie müssen mit Verlusten leben können, dass ein Vater in einem hochdramatisch malerischen Bild samt Schlitten in den Abgrund rast, während Sohnemann mit Magie, Maus, Rentier und gerettetem Wichtelkind abhebt. Der Jugend die Zukunft. Die Wichtel stellen Holzkreisel her.

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