Die Addams Family 2

Die perfekte Familie

aus lauter nicht Perfekten, die eine Figur ist nur noch eine Hand, die andere Kopf, das kleine Mädchen ist kaum mehr als ein Strich in der Landschaft, die andere Figur hat statt eines Armes eine Tentakel mit Saugnäpfen.

Verrückter geht nicht. Defekter geht nicht. Schräger geht nicht, was der Zeichner Charles Addams seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gezeichnet hat. Unsterblich scheint sie auch, die Addams Family. Ihre viktorianische Villa ist der Familiensitz.

Ein origineller Schneckenhausvan ist das Familienauto. Damit macht die Familie in diesem neuen Film von Conrad Vernon nach dem Drehbuch von Den Hernandez, Benji Samit und Ben Queen eine Touristenreise durch die USA, Niagarafälle genauso wie Gran Canyon.

Die Addams werden verfolgt von einem Anwalt, der behauptet, das kleine Mädchen sei nach der Geburt vertauscht worden. Er fordert einen DNA-Beweis. Dann ist noch Dr. Strange mit seinen Experimenten der Persönlichkeitsübertragung. Diese wird bei einer Wissenschaftsmesse demonstriert anhand der Übertragung der Fähigkeit, den Rätselwürfel zu lösen.

Auch wenn die Gags des Filmes und der Reise nicht sonderlich originell sind, wie mit dem Fass über die Niagara-Fälle zu stürzen oder die Fake-Haifischflosse im Meer, das ändert nichts an dem wohlig-familiären Vergnügen, anderthalb Stunden mit dieser abolust monsterhaft-liebenswert-defizitären Familie zu verbringen, erinnern einen die Figuren doch charmant und ein bisschen hinterfotzig an die eigene Beschränktheit und Defizithaftigkeit, insofern auch an die eigene Bedeutungslosigkeit, was durchaus ein befreiendes Gefühl verschafft, mit dem man das Kino erleichtert verlässt, vielleicht auch nur, weil man ganz zufrieden und gar beglückt sich die eigene Normalität dankbar bewusst macht.

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