Stadt + Land = Liebe (SWR, Freitag, 12. November 2021, 21.00 Uhr)

Frauen rauskicken

Fünf Männer, allesamt Handwerker aus dem ländlichen Raum, suchen eine Frau aus der Stadt, die sie in ihr Leben einbauen können. Frauen für den Herd und um Kinder zu gebären und vermutlich auch, um sich um die Unterwäsche ihrer Göttergatten zu kümmern. So der Eindruck dieser Kuppelschau mit einer Kupplerin wie eh und je im roten Blümchenkleid, einem auf Püppchen hergerichteten Gesicht und einem Gang wie ein Fuhrmann.

Althergebrachte Rollenbilder sollen festgezurrt werden. Liebe soll der Lockbegriff sein, mindestens im Sinne von Triebbefriedigung und Fortpflanzung.

Ein Sendung zäh wie Kaugummi und ein wilder Bilderverhau. Speeddating mit Kandidaten, die von Date zu Date einen röteren Kopf bekommen und rote Kleider bei Frauen funktionieren zuverlässig.

Nach dem Speed-Dating-Tag werden die ersten Frauen rausgekickt, die keinen Interessenten gefunden haben. Aber es machen ja auch nicht alle Menschen weiblichen Geschlechts mit, um einen Mann zu finden. Die eine will sich als Ulknudel wichtig machen, die andere als Hochzeitsausstatterin, die dritte als Influencerin – oh, ich bin im Fernsehen gewesen. Noch dazu im öffentlichen-rechtlichen, im SWR, da wo der Schwarzwald liegt, da wo es den Schwarzwälder Kirsch und die Schwarzwaldmädchen gibt und vielleicht einen leicht gehirnbeschädigten öffentlichen-rechtlichen Rundfunk, der seinen Grundauftrag aus den Augen verloren haben muss.

Jedenfalls dürfte das kaum ein Format sein, das das Bundesverfassungsgericht im Sinn hatte, als es entschieden hat, dass der sozial unfair zu Lasten einkommensschwacher Schichten erhobene Haushaltsbeitrag zur Finanzierung eben dieses öffentlich-rechtlichen Rundfunkes erhöht werden darf und damit noch ungerechter wird. Aber vielleicht ist das Bundesverfassungsgericht einfach schlecht informiert darüber, was dieser bequem mittels Zwangsgebühr abgefederte Rundfunk mit dem Geld macht. Kuppelschau – und dann noch so oberflächliche – dürfte jedenfalls – gerade in Zeiten von Internetplattformen – nicht das dringlichste Staats- und Demokratiebedürfnis sein.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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