Ron läuft schief

„Ein Freund, eine guter Freund, das ist das beste, was es gibt auf der Welt“

dieses Thema des bekannten deutschen Liedes wird hier von Peter Baynham und Sarah Smith, die mit Jean-Philippe Vine und Octavio E. Rodriguez auch das anspruchsvolle Drehbuch geschrieben haben, amerikanisch-megalomanisch und in die Zeit künstlicher Intelligenz und der Sozialen Medien hineininterpretiert mit dialogischer Dauerbeschallung.

Heute ist der beste Freund nicht mehr das Ergebnis von wahlverwandtschaftsähnlichen Begegnungen, sondern ist per KI-Algorithmus maßgeschneidert generiert und bestellt bei dem Weltunternehmen mit Weltherrschaftsspirit ein Bot, der aussieht wie eine kniehohe Kapsel und der seinen Freund oder seine Freundin begleitet wie ein Hund.

Während des Schulunterrichts werden diese Freunde in einem Gestell aufbewahrt wie die Maßkrüge der Stammgäste im Hofbräuhaus oder wie die Schuhe, ganz ordentlich.

Der einsame Barney bekommt von seinem intellektuellen Vater zum Geburtstag auch so einen B-Bot: Ron. Der funktioniert nicht richtig.

Das ist die Ausgangslage, da Barney sein möchte wie alle anderen und auch einen Freund haben. Die intellektuelle Harke dabei ist die, dass er dadurch, dass er Ron zum Freund machen möchte, genau die Erlebnisse hat, die Freundschaften fürs Leben zementieren. Denn der Bot-Hersteller hat Angst vor dem misslungenen und eigenwilligen Bot und versucht ihn zu jagen und einzufangen. Das zieht einen Rattenschwanz von Abenteuern hinter sich her.

Im Zentrum der Macht ist eine hochsicherheitszementierte Blase, wie die Headquaters von Google oder von Facebook, der Junior heißt lustigerweise Mark. Es gibt gigantische Serverhallen, in die Barney erst eindringen muss, um die DNA seines Freundes zu finden. Und klar: die kleinen werden die Mächtigen in ihre Schranken weisen, wie es sich für eine gute Story gehört.

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