Venom – Let there be Carnage

Bitte keine Erklärungen

Hier darf man sich einfach freuen über die Exzess-Synergie oder Exzess-Synthese aus zeichnerischen und schauspielerischen Mitteln, aus Fantasy-Welten, die Menschen erfinden, die halb Mensch halb Alien sind, halb Mensch halb Monster und Menschen, die wiederum in merkwürdigen Beziehungen zu einander stehen wie Eddie Brock/Venom (Tom Hardy) der recherchieren soll bei Carlton Drake/Riot (Riz Ahmed) im Hochsicherheitsgefängnis von St. Quentin.

Nie ist so richtig klar, wer hier wen steuert oder wer sich selber in seiner Doppelexistenz in die Quere kommt; Themen wie Manipulation und Identität melden sich so vergnüglich wie verschlungen und ebenso das Symbol des über die eigenen Tentakeln Stürzens oder sich darin Verhedderns.

Ruben Fleischer hat inszeniert nach dem Buch von Jeff Pinkner, Scott Rosenberg und Kelly Marcel.

Michelle Wiliams ist wieder dabei und landet ab und an in den Fängen einer Monsterkrake; dabei wirkt ihr Blond noch attraktiver.

Auch die Zerstörerfantasien kennen keine Grenzen. Ein altehrwürdiges Kirchengebäude wird Opfer der Kraken, das tut weh, wenn selbst die schwere Glocke in die Tiefe rauscht. Vorher grüßte das Mittelalter in Form der fratzenartigen Wasserspeier das moderne Kinomonster aus der Neuzeit, das die identische Fantasie-DNA haben dürfte. Vergnügen wir uns und vergessen wir nicht „’responsible‘ is for the mediocre“.

Allerdings ist der Exzess keiner des Narrativen; dieses bleibt so bescheiden, dass besser von einer exzessiv animierten Wandtapete gesprochen werden müsste.

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