Boss Baby – Schluss mit Kindergarten

Nervös und aufgeregt

plaunzen und kullern die Fragmente aus Bildung und Business über die Leinwand inmitten von pausenlosem Slapstick und einer grundsoliden Familiengeschichte, wie es sich für das amerikanische Unterhaltungskino gehört, fiktional oder animiert.

Als ob die Macher den Kopf gerade voll mit einer Bildungsbombe, sei es Abitur oder Business, vollgestopft hätten und jetzt zur Abreaktion Ulk und Unsinn damit treiben wollen und sich mächtig amüsieren dabei.

Das sind als Regisseur Tom McGrath, der mit Michael McCuller auch das Drehbuch nach den Büchern von Marla Frazee geschrieben hat. Es ist die Perspektive desjenigen, der die Bildung hinter und das Leben vor sich hat, also den Ernst des Lebens, das Karriereziel im Auge, dieses schon hochrechnen kann, so wie Bruder Ted von Hauptfigur Tim.

Ein Gedankenexperiment in Comic-Form. Explizit die Erkenntnis, dass das Leben eine Einbahnstraße sei, also dass es kein Zurück zum Kind gibt. Implizit die Leibnizsche Monadenerkenntnis, dass im Kleinsten Teil das Ganze schon erhalten sein müsse, also im Kleinkind bereits der Erwachsene.

Und da das Kino, speziell das Animationskino, immer schon mehr konnte als das Leben, wird hier fulminant hin und hergesprungen, im Baby schon der Erwachsene gesehen oder aus dem Erwachsenen schält sich das Baby heraus.

Es kommt die häusliche Weihnachtsfeier, in die hinein der reiche Onkel mit geldscheinaufwirbelndem Helikopter landet, trickreich herbeigerufen, genau so wie die irrste Showwelt, die Manipulation mit Computer und Internet, so dass der zentrale Server abgestellt werden muss, um gleich die Welt zu retten, die Schule selber, die eine Wahnsinnsschule ist und in der auch noch ein Weihnachtsspiel, eine Weihnachtsshow eingeübt werden muss.

Eine vor Zeichnerkreativität nur so strotzende Verarbeitung oder auch Abwehr des Alterungsthemas. Was nichts daran ändert, dass der Zuschauer nach dem Film an die zwei Stunden gealtert ist. Aber mit einer gehörigen Ladung an Bildturbulenzen und Bildungsfragmenten intus – und vielleicht sogar am Philosophennerv gekitztelt.

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