Donnie Darko (DVD)

Schmerz der Jugend,

den repräsentiert der junge Jake Gyllenhaal als die Titelfigur Donnie Darko. Der Begriff kommt in einer Stunde im College vor bei der Behandlung von Graham Greenes „The Destructors“; wobei wohl Motive des Romans in diesen Film von Richard Kelly eingeflossen sein dürften.

Der Film spielt 1988. Donnie lebt mit seinen Eltern und Geschwistern in der amerikanischen Provinz. Politisch läuft im Hintergrund der Präsidentenwahlkampf, Bush gegen Dukakis. Das kann die Provinz nicht aufwühlen.

Das Heranwachsen, die Zeit im College, die Pubertät, also die Schmerzen der Jugend nehmen Donnie Darko vollauf in Beschlag – und seine Familie dazu. Er gilt als schizophren, muss Tabletten nehmen, hat regelmäßig Sitzungen mit seiner Psychiatrin. Jake Gyllenhaal spielt das großartig, diesen Menschen, der in zwei Welten gleichzeitg lebt und macht die enormen Kräfte, die so ein Coming-of-Age mobiliseren kann spürbar. Er spielt andererseits ohne zu spielen diese Sensibilität auf alles, was in der Erwachsenenwelt verlogen und Vorgemache ist und den Widerstand dagegen.

Wobei auch hier nicht klar ist, wer und was nun wirklich schizophren ist, er oder die Umwelt, die amerikanische Provinz. Er hat einen Kalender mit einem Countdwon bis Ende Oktober. Dann soll sein Todestag sein. Der Film gibt immer wieder an, wie viele Tage es noch sind.

Es passieren Verbrechen im Ort. Er wird verdächtigt, ist auch mal in den Knast gekommen. Er ist ist am College nicht der In-Typ. Diesen vertreten grosßchnauzige Kerle, die koksen.

Donnie erlebt eine erste schüchterne Liebe zu einem neu angekommenen Mädchen.

Wie groß und umwälzed die destruktiven Kräfte in dieser Lebensphase eines Sensiblen sein müssen, illustriert ein Unglück. Ein Flugzeugmotor fällt mitten in der Nacht auf Donnies Elternhaus. Aber Donnie ist da gerade am Nachtwandeln.

Donnie hat einen imaginären Freund (Fred im Hasenkostüm wie aus einem Horrorstreifen) gegen die furchtbare Einsamkeit, die so ein Heranwachsen in einer engen Provinz mit sich bringt, wobei dessen Ratschläge problematisch sind. Aber die Ratschläge des Typen aus dem Fernsehen, der den Leuten beibringen will, wie sie gegen die Angst ankommen, die wirken deutlich bescheuerter; da ist die Idee von der Zeitreise doch deutlich verführerischer.

Das Heranwachsen, das Leben als Teen, ist vielleicht die schwierigste Phase im Leben eines Menschen, es setzt ungeheure Kräfte frei, die könnten mitunter zerstörerisch wirken, sie zerstören auf jeden Fall das idyllische Bild, das Eltern gern von ihren kleinen Kindern weiterpflegen möchten; und damit kommen diese dann auch nicht zuerecht.

Und dann ist da noch die 101 jährige Grandma, die mit ihrem schlohweißen Haar wie ein Gespenst ständig zum Briefkasten geht ohne Rücksicht auf Autos – hinter ihr steckt für Donnie mehr Bedeutung, als er zunächst sich auch nur vorstellen könnte.

Über all diese tiefen und in einem ganzen Menscheleben verwickelten Vorgänge legt die Provinz sorglos Halloween-Spuk, Party oder Showwettbewerbe. Sogar die Lingustik kommt zum Zug und hat ihren Narren an dem Wort „CellarDoor“ gefressen für einen Heimkinogenuss aus einem Guss.

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