Bigfoot Junior – Ein tierisch verrückter Familientrip

Eine Coming-of-Age-Geschichte

ist dieser runde, verrückte und gleichzeitig gar nicht so verrückte, animierte Familien-Abenteuer-Ökotrip-Film aus Belgien und Frankreich und in exzellenter deutscher Sprecherfassung.

Die zarten Anflüge von Sehnsucht und Liebe von Adam zu Emma artikulieren sich. Es ist das Alter vor dem ersten Kuss und ahnungsvoller Vibration, die sich bei Adam in den Füßen kurios artikuliert – aber das ist nur die Randgeschichte um ein Fabel- und Kühnheitserlebnis der Sonderklasse, das eventuell symbolisch zeigt, wie gravierend die Veränderung vom Buben zum Mann ist; was da alles an Heldengeschichte nötig wird. Ein Umweltkrimi ist der Erzählfaden.

Adam ist in dem Alter, was bebt vor Vorgefühl auf das Erwachsenwerden. Er ist in einem Alter, in welchem er absolut im Einklang mit sich selber und der Natur ist. Dafür gibt es die schönen Symbole maximaler Selbstheilkräfte, besonders im Bereich seiner speziellen und speziell großen Füße, die zu einem wichtigen Motor in der Bewältigung seiner Herausforderungen werden.

Die andere Einheit mit der Natur wird erkennbar daran, dass er mit den Tieren sprechen kann. Die Affinität zum Kreatürlichen. Zuhause haben sie eine ganze Menagerie von Tieren vom Waschbären bis zum furchterregenden Grizzly.

Eine Sache quält Adam. Sein Vater war sieben Jahre in der Wildnis und wird nach seiner Rückkehr mit üppigem Haarwuchs zum Medienstar. Auch das schildert Ben Stassen köstlich, der mit Jeremy Degruson die Regie geführt und nach Charakteren von Cal Bruner und Bob Barlen das Drehbuch geschrieben hat.

Der arme Junge, nach einem Fernsehauftritt des von ihm so vermissten Vaters – und grad in seinem Alter wäre doch eine gute Beziehung zum Vater unersetzbar – wollen alle nur noch, dass er Autogramme für sie besorgt.

Fett medienkritisch ist der Auftritt eines Agenten bei der Familie, der hat schon lauter Pappständer mit dem Vater als Werbefigur für diverse Produkte da stehen und will ihm einen üblen Vertrag diktieren. Vater sagt Nein, er möchte etwas Sinnvolles tun. Ein Bettelbrief von Umweltaktivisten, es versteht sich von selbst, dass der erst zerrissen wird und dann doch noch gelesen, lässt ihn neugierig werden.

Die Ölfirm T-Extrakt ist dabei, in Alaska Naturgebiete mit der Ölförderung zu verseuchen. Die Umweltschützer versprechen sich von Bigfoot Aufmerksamkeit. Traurig ist nur Adam, dass sein Vater schon wieder weg will von zuhause. Aber der Entschluss setzt die Reihe von Ereignissen in Gang, die auch Adam, samt Mutter und Tieren nach Alaska fahren lässt.

Dort gibt es den gigantischen Kampf gegen den hochsicherheitsabgeschotteten Ölkonzern, der vor Waffen-, Bomben- und Drohnengebrauch mit einer Privatarmee nicht zurückschreckt.

Aufzudecken, was der Ölmulti in Alaska wirklich treibt, ist das Ziel von Bigfoot und dann auch von Adam. Das Internet wird seine positiven Seiten zeigen. Adam stehen die Tiere bei. Es gibt gefahrenvolle Übungen gesättigt mit Slapstick, komischen Momenten, Kettenreaktionen, die die Kinder im Publikum der Presseaufführung in Kaskaden lachen ließen. Für Adam ist es eine unglaubliche, atemberaubend Heldenreise. 

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