Illusionsmaschinerie
Wie viele hundert Jahre Hollywood-Erfahrung in diesem Film von Michael Lembeck nach dem Drehbuch von Donald Martin nach einer Geschichte von Harrison Powell stecken, ist kaum abzuschätzen, Hollywood pur, Illusionserzeugung pur und perfekt, Vorspiegelung falscher oder geschönter Tatsachen, ohne das Biestige und die Intrigen alter (und auch jüngerer) Damen auszublenden. Der schöne Schein. Der schöne Altenheimschein.
Pine Grove ist eine Luxusseniorenresidenz. Niemand sieht hier unästhetisch aus. Die Bewohner erhalten Massagen von einem feinfühligen Asiaten oder Schwimmunterricht von einem perfekt gebauten jungen Mann.
Die Platzhirsche im Machtgame der Bewohner sind die Queen Bees, Jane Curtin als Janet, Loretta Devine als Sally, Ann Margret als Margot Clark. Den glanzvollen Auftritt beherrschen sie alle, gleichzeitig sind sie mit allen Wassern gewaschen. Erst reagieren sie abweisend auf den Neuzugang, Ellen Burstyn als Helen. Sie soll nur für ein paar Wochen bleiben bis ihr Bungalow, den sie selber halb abgefackelt hat, wieder repariert ist. Aber ihre Tochter Laura (Elizabeth Mitchell) möchte sie definitiv dort haben. Ihr Enkel Peter (Matthew Barens), der ihr Literaturzitate an den Kopf wirft, die sie einst selber verwendete, ist auf ihrer Seite.
Es gibt noch alte Galane in dem Heim. Neu hinzu kommt Dan Simpson (James Caan). Der wird Ellen den Kopf verdrehen. Aber auch das ist nicht sauber, nur eitel schöner Schein. Das gehört zum Hollywood-Perfekt-Rezept: je drastischer eine Ausgangslage oder eine Beziehungen erst geschildert werden, desto größer das Gefälle, desto schöner die Versöhnung. Und wer weiß, vielleicht wird sogar noch ein Hochzeitsfilm daraus. Zum Rezept und zur Illusionsmaschinerie würde das trefflich passen.