Der arme Hund Anton ist gestorben,
dies ist eine Info aus dem Abspann. Anton ist der Film gewidmet. Anton war der Hund von Fritz Wepper. Eine Schauspieler-Hommage für einen Hund.
Schauspieler sind arme Hunde, so könnte man das interpretieren und Fritz Wepper unternimmt nichts in seinen Äußerungen, was das Gegenteil beweisen würden. Schließlich sind Schauspieler weisungsgebunden, „Sitz!“, „Der Wagen steht bereit.“.
Schauspieler sagen immer die Sätze anderer. Sie brauchen sich auf Serienrollen nicht groß vorbereiten, das macht der Film von Susanne Kellermann deutlich, es reicht, die paar Sätze auf der Fahrt zum Set, in der Maske und dann vielleicht noch in einer Drehpause zu lernen.
Fritz Wepper ist kein gequält-leidender Schauspieler. Fritz Wepper ist ein erfolgreicher TV-Seriendarsteller, also finanziell vermutlich keine arme Sau, aber seine große Zeit war mit Liza Minnelli nach seinem Debüt in dem damls heftig diskutierten Film ‚Sauerbrauch, das war mein Leben‘. Lang, lang ist’s her, viel länger als ein Hundeleben. Der Rest war Fließband-Serienarbeit.
Es ist ein privatistisches Poesiealbum, was die Gattin von Fritz Wepper hier sich vom BR bezahlen hat lassen. Sie inszeniert ihre Ehe anfangs des Filmes mit dem Satz, dass sie und ihr Ehemann sich spiegeln. Schön für beide. Ist das die Wahrheit? Diese Frage wird nicht gestellt. Es ist ein Film voller Eitelkeit, der vor Egomanie nur so strotzt. Eine Ehegattenapotheose, die sich erlaubt, Werbeplatz für je ein Luxushotel in Italien und im bayerischen Alpenvorland in den Film einzubauen. Die Hotels werden es den beiden danken, die wissen um den PR-Wert (den Zwangsgebührenzahler, der sich die neuerdings Euro 18.36 monatlich vom geringen Haushaltseinkommen absparen muss, wird das weniger begeistern; für ihn kommen solche Luxusherbergen nicht in Betracht).
Herr Carlos Gerstenhauer wird vom BR als „Kontakt“ angegeben. Er wird dem Publikum bestimmt erklären können, wie so eine Sendung in Zusammenhang zu bringen ist mit der unbedingten Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes, die das Bundesverfassungsgericht als Begründung für die Durchsetzung der Gebührenerhöhung anführt.
Vielleicht wäre eine der Antworten des Herrn Gerstenhauer, genau damit beweise er unbedingte Unabhängigkeit, indem er entscheide, für welches Luxushotel in der Sendung Werbung gemacht werden darf (und das gehe keinen Menschen etwas an, falls er dort auch verkehre und besonders nett behandelt werde, weil er ein BR-Funktionär sei, der Unabhängigkeit beweist).
Was würde Herr Gerstenhauer zu folgendem Einwand meinen? Hier ist doch gar nichts unabhängig, das ist nur schleimige PR für einen Seriendarsteller des BR, für einen, der seinen Text in der Maske lernt. Nähkästchenbericht der klebrigen Art. Das soll die Zwangsgebühr wert sein, so eine Schleimspur-Doku, Spötter würden sagen: aus Darmstadt, ja, das würden Hinterdenkulissen-Leute zu fortgeschrittener Stunde darüber ätzen. 80 Millionen Deutsche interessieren sich bestimmt und brennend für Details der Geburt von Fritz Wepper. Billige Selbstberieselungs-PR des BR.
Das könnte man hinzufügen: Fritz Wepper ist einer, der sich ein sehr schönes Stück vom 9-Milliarden-Zwangsgebührenkuchen abschneidet, sich selber aber dank dieses Geldes weit unterproportional an der Finanzierung des demokratischen Gemeinschaftswerkes öffentlich-rechtlicher Rundfunk beteiligt.
Und wen (selbstverständlich professionell auswendig gelernt) Allgemeinplatz-Weisheitssätze von Fritz Wepper interessieren, der muss bis zum bitteren Ende, kurz vor der Widmung für den Hund, durchhalten.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!