Drunter und Drüber (BR, Mittwoch, 21. Juli 2021, 22.45 Uhr)

Text- und Bildberieselung

Programmfüller, damit was rieselt über den Bildschirm, damit der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen vermeintlichen Auftrag wahrnimmt; doch, was ist dieser Auftrag? Das ist unklarer denn je.

Ob so eine unverbindliche Blabla- und Bildermixsendung zum Thema Verdichtung und Aufstockung der aus den Nähten platzenden City damit gemeint ist? Ein bisschen reingucken in Luxuslofts? „Beispielhaft gelungen, … Fragen zu lösen. .. wie genial, einfach und schön, Aufstockung sein kann…“. 

Die Sendung wirkt umso deplazierter, als zur Zeit gerade in München eine Diskussion um Verdichtung am Hochkochen ist mit den Plänen für zwei massive Hochhausklötze neben der Paketposthalle, die anderthalb mal so hoch werden sollen wie die Türme der Frauenkirche; in München immerhin ein sensibles Thema, während sich andere Städte offenbar ohne Diskussion immer mehr verdichten lassen. 

Wobei die Bilder in dieser Dokumentation von Birgit Eckelt, Frieder Käsmann und Sabine Reeh wenig aussagekräftig sind, wenig hilfreich für das Vorstellungsvermögen. Hier wären Drohnen oft sinnvoll gewesen. 

Gegen den Luxuseinwand wird noch ein Gegenbeispiel mit sozialem Wohnraum hervorgekramt. 

Noch absurder wirkt es, so eine Sendung nach Corona ins Programm zu nehmen, da ja Verdichtung auch ein Beschleuniger für Corona bedeutet. 

Das ist eine Sendung, die nicht das Thema grundsätzlich befragt, sondern wie in einer Architekturzeitschrift beliebig zusammengesuchte Beispiele bringt, alles andere als zwingend ist für einen Sendeplatz im öffentlich-rechtlichen zwangsfinanzierten Rundfunk. Dieser könnte es sich leisten und sollte es auch, wenn schon so ein Thema, dann bitte grundsätzlich und im Hinblick auf die Demokratie behandeln. Aber hier gibt es nur Lob für die Verdichtung an sich. 

Hier wird man pausenlos einschläfernd zugetextet. 

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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