Fraueng’schichten – Flirten für Anfänger (BR, Freitag, 16. Juli 2021, 22.05 Uhr)

Wühlen im Kabarettmüll zwengs Recycling

oder: Witze mit Krampfadern. 

Derbheit und Plumpheit als öffentlich-rechtliche TV-Qualität.

Auf jedes Witzfürzchen Gegröle; je schwächer die Performance von Angela Ascher, desto mehr hauen die Tontechniker auf den Applauskonservenknopf. Das Studio-Publikum scheint urteilsschwach und applaudiert wie zwanghaft und energielos. 

Die Automatenszene: bemüht und dümmlich, so dumm sind bayerische Landbewohner nie gewesen; zwangsbemühte Lustigkeit, ob die das Publikum vorher mit einem Rauschmittel abgefüllt haben? Und immer die Bauerntheaterdeppen, aber die Bayern mögen es wohl, als Deppen dargestellt zu werden. Und applaudieren total aus dem Häuschen; also, das heißt, die Tontechniker stellen das Publikum so dumm dar, indem sie ihm einen Applaus draufdonnern, wozu es physisch gar nicht in der Lage scheint; die Chosen-Sauce kommt offenbar doch nicht so an, wie von den Redaktionsgöttern gewünscht.

Bayerische Klischeewurst mit künstlichem Applaus, wie mit Botex aufgedonnert. 

Frau Ascher soll ruhig ihr kapitalistisches Witzchen-Geschäft betreiben; nichts dagegen, aber wenn sie im öffentlich-rechtlichen, zwangsfinanzierten Fernsehen auftreten will, dann soll sie bittschön dafür blechen, ist ja ein Werbemedium; eine halbe Stunde Werbezeit. Sie wäre eine echt coole Sau, wie sie es nennen würde, wenn sie das täte und wenn der BR es von ihr verlangen würde, dann wäre der eine ebenso coole Sau, um auf dem Niveau von Frau Ascher zu bleiben. 

Dass der BR solchen Schwachstrom sendet, lässt vermuten, dass er in Bayern einen sehr niedrigen Bildungsstand voraussetzt. BR macht mit anbiedernder Witzesendung, immer am Rande des sexistischen und rassisstischen Sumpfes, auf Mängel beim Bildungsstand in Bayern aufmerksam, Herr Minister Piazzolo Sie sind gefragt!

Oder man könnte den viel zu stark draufgehauenen Applaus so interpretieren, dass die Sendung doch nicht so ankommt, wie von den Zwangsgebührentreuhändern kalkuliert, als Hinweis darauf interpretieren, dass die Bayern nicht so dümmlich sind, wie von der BR-Redaktion angenommen und dass sie sich so einen abgedroschenen Schmarren gar nicht anschauen. 

Der indisch denunzierte Pfarrer wird von mal zu mal dümmer – und fetter. Hier muss der Ton noch mehr Applaus draufhauen, sonst würde die Szene vollkommen absaufen. 

Witzestau im Dünndarm. Das BayernLand wird als rückständig vermöbelt. Dann noch Vergaserwitze und das in Deutschland und im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Und gleich darauf will ein Hesse, der nicht Hessisch kann, in die Dachauerstraße gefahren werden. 

Erstaunlich ist, dass die überhaupt noch Studiogäste finden – aber offenbar nur noch solche, die sich nur von hinten ablichten lassen; es wäre zu peinlich, wenn die Nachbarn oder Kollegen das mitbekämen, falls die denn dieses No-Level-Ding schauten. 

Oh Gott, jetzt hat sie sich selber abgeschossen. Denn die Mittel haben sich inzwischen mehr als erschöpft und dem Zuschauer fällt es immer schwerer, sich da noch zu konzentrieren. 

Solcher Witzemampf mag in Zeiten der Monopolstellung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens unter der ideologischen Käseglocke der 50er Jahre verfangen haben, aber seit es Privatfernsehen gibt und erst recht, seit Youtube wimmelt es von begabten Selbstdarstellern und Witzmachern, da schaut dieses BR-Format mit seinen abgewetzten Schwiegermutterwitzchen alt aus mit einem Bart länger als der eines Ayathollas. 

Faktisch ist das eine kommerzielle Sendung und kann problemlos an private Bieter ausgelagert werden in Zeiten des Sparzwanges beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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