Peter Hase 2

Peter Hase goes Blockbuster 

Das ist zwar nicht die Idee von Peter Hase selber, obwohl er ständig mit seinem Startum durch den Erfolg des Buches kokettiert und so tut, als ob es ihm gar nicht recht sei, wenn er immer vorne vor den anderen Hasen steht und die Aufmerksamkeit auf sich zieht, um dann in einer lässigen Nummer, die an die Huttauschszenen von Clowns erinnert, sich doch selbst wieder im Mittelpunkt zu positionieren; die Blockbuster-Idee, auch wenn der Begriff so hier nicht vorkommt, stammt vom Erfolgsverleger Nigel (David Oyelowo), der die Hasen-Zeichnerin Bea (Rose Byrne) dazu bringen möchte, mehr Street-Elemente (vermutlich im Sinne der Street-Credibility) reinzuzbringen, T-Shirts, Sneakers und Strand statt Bioidylle von Häuschen und Gemüsegarten.

Mit der Forderung bringt der smarte Verleger Bea in die Bedrouille, die bislang doch schon Erfolg hatte mit den Geschichten aus ihrem nachhaltigen, biologischen Landhausgärtchen. Sie ist nicht scharf auf das Stechen und Hauen städtischen Denkens nach Marktanteilen. Wobei sie durchaus die Vorteile von mehr Geld sieht; damit könnte sie das ganze Tal vor ihrer Haustür kaufen und für ihre Ideen nutzbar machen. Ihr Mann Thomas (Domhnall Gleeson) ist noch weniger scharf auf marktkämpferische Maßnahmen und Konzessionen an das ländlich Gewordene; aber durchsetzungsfähig ist er nicht. 

Dieser medienkritsche Teil der Geschichte von Will Gluck, der mit Patrick Burleigh das Drehbuch nach den Charakteren von Beatrix Potter geschrieben hat, dürfte das sein, was die Erwachsenen unter den Zuschauern erheitert; denn just die vom Film kritisierten Konzessionen an den Massengeschmack, bringt der Film selber auch, teils verwickelt wie die Knoten, die die Hasen bei ihren Abenteuern mit Tauen legen sollen. 

Mit der Heirat von Bea und Thomas fängt der Film an. Für die Hasen und die anderen Tiere, die wie immer neckisch in Kleidern und Hüten und vornehmlich auf zwei Beinen rumlaufen und die zwischendrin comichaft namentlich vorgestellt werden, erschließen sich dadurch erweiterte Gartenwelten. 

Für die Kids dürfte ansprechender sein der Ausbruch von Peter aus der ländlichen Idylle und sein Eintauchen in die Unterwelt der Stadt; Barnabas ist der verdorbene und mit allen Wassern des Tunichtguts gewaschene Straßen- und Kellerhase. Er weiß, wo es was zu holen gibt und er weiß auch, dass der Besitzlose ein Recht auf gewisse elementare Dinge hat. 

Zu schwer ist es für Barnabas nicht, den eh schon als nicht unbedingt mit dem besten Ruf gesegneten Peter zu überzeugen. Es soll der ganz große Coup werden, der Diebstahl der kandierten Früchte aus einem Stand mitten auf dem Markt, der so bewacht ist, wie erwachsene Ganoven es von Fort Knox behaupten würden. 

Das wird die tierische Abenteuergeschichte, die auch die Erwachsenen-Welten durcheinander bringt und dazu Unmengen bewährter Slapsticknummern. Für den großen Coup haben sich die Hasen – resp. ihre Autoren – gründlich kundig gemacht beim erwachsenen Gaunerfilm und gegen Ende bedienen sie sich sogar musikalisch bei drei Takten Anleihe an James Bond. Und merke, ‚Lavatory‘ kann doch auch ein hübscher Künstlername sein. Eine Gefahr für Straßentiere sind die Tierfänger. Auch gegen die heißt es, listenreich zu sein. Und wenn Tiere schlau Erwachsene austricksen, so dürfte das Publikum sich nicht allzu sehr ärgern darüber. 

Was in Peter Hase funktioniert hat, das funktioniert hier weiter hervorragend.

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