Multiple Apokalypsen
Dieser Action-Sci-Fi-Thriller kulminiert beim Kampf der titelgebenden Titanen Godzilla, dem bösen, und Kong, dem guten in ein multiples Inferno furioser Apokalypsen, bei denen die massive Beschädigung Hong Kongs noch der kleinste Kollateralschaden sein dürfte – und wir uns fragen, ob dieser Schaden für Hong Kong (da stehen ein paar Hochhäuser ungünstig, wenn die beiden Monster sich balgen) größer ist als derjenige, den China der Stadt jetzt antut durch die Entmündigung und die brutale Entdemokratisierung (und der Westen schaut passiv zu wie im Kino dem Titanenkampf).
Das Multiple dieser Apokalypse besteht nicht nur in dem Kräftemessen der beiden Riesenviecher, die alleweil gut anzuschauen sind, er besteht im Einsatz von künstlicher Intelligenz und von allen Raffinessen moderner Computeranimation, da blitzt es und donnert es und raucht es, Farbenmeere gehen ineinander über, Hochhäuser knacken ein wie Streichhölzer, Geschosse mit Menschen drin rasen durch Tubes, Großtiere werden durch die Luft geschleudert; man kann nicht umhin, gebannt auf die Leinwand zu blicken und ins Erdinnere geht es auch noch; auch wenn mir, der nicht unbedingt ein Afficionado des Genres ist, der Film bis dahin reichlich betulich vorkam mit einer zeitgemäßen Überfülle an Informationen von Bildschirmen, Texten, Symbolen, Namen und Ortschaften und Ortswechseln und dann noch der Chemiebetrieb Apex, der weißgottnicht was ausbrütet und ausheckt; das versteht unsereiner schon gar nicht mehr.
Während die Grundstruktur von den kleinen Menschengruppen wiederum eher abgestanden wirkt, die Guten, das sind ein Mann, eine Frau und ein taubstummes Mädchen, das Kong überreden soll, den Kampf gegen Godzilla aufzunehmen. Dann die üblichen Hit- and Rungeschichten. Und die Gruppe der Verfolger, der es nicht leicht fällt, Sympathie zu erzeugen.
Der wahnsinnig nette und süße Kong, der immer wieder diese allzu bekannten Sympathieheischlaute von sich gibt, mit der sich Haustiere im Kino Wohlwollen ergrummeln. Es sind hochprofessionell gemachte Fantasie-Geisterbahnwelten, durch die hindurch sich die Protagonisten kämpfen müssen auf dem Weg zu erreichen, dass die Welt oder gar das Universum gerettet wird vor dem Monster Godzilla, gegen das die Menschen kein Mittel mehr haben außer Kong aus dem Reservat.
Der Kampf gegen die Monster kann symbolisch gelesen werden als der Kampf der Menschen gegen Corona, da waren und sind sie ja auch ziemlich hifllos; aber jetzt dürfen sie wenigstens wieder ins Kino, um genau so einen Kampf sich anzuschauen. Eine geistige Nachlese.