Kings of HOllywood

War das was?

Klingelt da was bei dem Begriff Hollywood? War das nicht diese weltberühmte Traumfabrik, die Träume der Menschen auf die Leinwand brachte und damit viel, viel Geld verdiente, berühmte Stars züchtete, die ein Luxusleben für die Klatschblätter lebten? Ach, das alte Hollywood. Ganz ist es noch nicht gestorben. 

Es gibt noch Herren, die in diesem Glanz auf himmelshohe Wolken geschoben worden sind. Sie verband immer auch, das war bei Oskar-Verleihungen zu sehen und bei Interviews, dass sie die Selbtironie und den witzigen Schlagabtausch beherrschten. Manchmal treffen sie sich am Pool ihrer Villen, hecken neue Projekte aus, schieben sich Rollen zu. 

So ist es vorstellbar, dass sie bei so einer Seniorenrunde die Idee zu diesem Film von George Gallo, der mit Josh Posner das Drehbuch nach einem Film von Harry Hurwitz schrieb, ausbaldowerten. 

Er sollte sein wie im Märchen, das böse Bolzereien, die hinter den Kulissen stattfinden, nicht ausspart, sie aber erträglich und behaglich und somit ohne jede Verdauungsstörung im Gefolge genießbar macht. 

Robert De Niro ist ein Hollywoodproduzent, der wieder keinen Hit landet mit seinem Killer-Nonnen-Film und der bei Morgan Freeman in der Kreide steht. Dieser setzt De Niro eine 72-Stunden-Frist zur Rückzahlung von 350′ 000 Dollar. Wie das Geld beschaffen? Die bösartige Idee von De Niro, einen Film gut versichert zu drehen anzufangen und dann den alten Tommy Lee Jones, der eh mit Selbstmordgedanken beschäftigt ist, aus dem Schauspieler Altenheim „Der letzte Vorhang“ zu reaktivieren, um ihn so schnell wie möglich bei der ersten Szene mit einem Drehunfall ins Jenseits zu befördern und die Versicherungssumme zu kassieren. Der Film spielt 1974. 

Das ist natürlich ziemlich einfältig und kindisch und geht, da funkt prima die Hollywood-Komödiendrehbuchtradition dazwischen, nicht auf. Denn Tommy Lee Jones hat so viele Leben wie eine Katze. 

Die erwähnten Stars und viele andere haben in dem Film natürlich andere Namen, aber die müssen sich in ihrem Alter keine Rollen mehr „erspielen“, das ist das Bewunderungswürdige an ihnen, diese lebenslange Erfahrung und auch diese Professionalität, wie ernst sie noch den größten Blödsinn nehmen, auch die Idee, dass Tommy Lee Jones einen Cowoboy spielt mit indigenem Blut in den Adern. Aber das ist diese Qualität, die jedem noch so schwächelnden Drehbuch zu einem ansehnlichen Film verhelfen kann. Auch dieses Thema wird innerhalb der Geschichte des Filmes im Film nochmal gespiegelt. 

Selbstverständlich kommen die Themen von Heuchelei, Bigotterie, all die Betrügereien und Hochstapeleien, der Darwinismus um die Sonnenplätze zur Sprache. Aber eben schön hollywoodisch und nicht weinsteinisch, die Real Stories von Herrn Weinstein – das wäre dann doch zu unappetitlich für die alten Herren aus Hollywood; von ihnen dürfte Weinstein auch kaum je einen Blow-Job verlangt haben. 

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