Ther’s no Place like this Place, Anyplace

A box in the hole.

Große Zeremonie in Toronto auf einer Baustelle: Bürgermeister, Bauherren, ehemalige Bewohner des Quartiers, Nachbarn wohnen der Versenkung einer Kiste im Fundament der Überbauung bei. In der Kiste sind ihre Namen. Die sollen in hundert Jahren daran erinnern, dass sie hier mal gewohnt haben, dass es ein Kultquartier war mit dem Billig-Warenhaus und Flachbau „Honest Ed“, das Generationen von Einwanderern als erstes kennengelernt haben, mit einer kleinen Straße daneben, in der Künstler wohnten. 

Die Langzeitbeobachtung dieser Gentrifizierung stammt von Lulu Wei, die mit ihrer Freundin Kathleen selber betroffen ist und sich nach einer neuen Wohnung umsehen muss. Auch der Ungar Gabor Mezei, ein Maler mit einer Galerie und einem Atelier, muss raus, ebenso die Seele des Quartiers, die Buchhändlerin Itah Sadu. Sie kann ihren Laden allerdings direkt gegenüber wieder aufmachen und dem Quartier ein Stück Begegnungszentrum retten. 

Nicht alle Anwohner haben verkauft. Die kleinen Resthäuser sind in die Überbauung mit Wohnhochhäusern integriert. Gentrifizierung kommt in diesem Film nicht als ein rein böses Gespenst daher. 

Die Filmemacherin lässt alle Seiten zu Wort kommen, den Verkäufer, der Sohn des Gründers des Warenhauses, genauso wie die Bauherren und Architekten, die Verantwortlichen von der Stadt, die Aktivisten. 

Dass Wohnraum geschafft werden muss, da sind alle einer Meinung, dass er bezahlbar sein muss, auch, aber unter bezahlbar versteht nicht jeder dasselbe. 

Es scheint sich in langwierigen Auseinandersetzungen eine Art Münchner Modell entwickelt zu haben, also eine Mischung aus bezahlbar und teuer. Es scheint auch Einigkeit zu herrschen, dass Städte sich entwickeln müssen, aber auch die Meinung, dass dass sozial- und bewohnerverträglich geschehen soll, wird stärker beachtet. Jedenfalls sind manche der Beteiligten am Schluss positiv überrascht, was erreicht worden ist. Bezogen werden sollen die Häuser dieses oder nächstes Jahr. Der ironische Song überm Abspann: „Dig a hole“. 

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