La Conquista de las Ruinas (DOK.fest)

Anspann:

„Come in under the shadow of this red rock,

and I will show you something different

from either your shadow 

at morning striding behind you

or your shadow at evening rising to meet you:

I will show your fear in a handful of Dust. 

T.S. Eliot“

Mystik und Concretosphäre in Argentinien

Eine argentinisch-filmische Antwort auf den Brasilianer Sebastiao Salgado, den Wim Wenders eindrücklich in Salz der Erde auf die Leinwand gebracht hat. 

Mit Salgado verbindet Eduardo Gómez, den Autor und Regisseur dieses Dokumentarfilmes, die Hinwendung zum einfachen Arbeiter und die atemberaubende Schwarz-Weiß Fotografie, die sich von Strukturen und Schraffuren begeistern lässt.

Gómez geht über Salgado hinaus, indem er den Menschen in die Mystik von Erde, Orten und der Zeit einbindet und auch indem er den Menschen immer wieder in riesiger Landschaft oder einem Steinbruch winzig klein erscheinen lässt, so dass der Zuschauer ihn erst finden muss wie bei einem Suchbild; ganz klar auch: der Mensch als winziger Bestandteil einer umfassenden Natur. 

Die Erzählung des Filmes geht über die Erde und was der Mensch mit ihr anstellt. Sie fängt an mit der lebensgefährlichen Gewinnung von Gestein im offenen Tagebau für die Herstellung von Baumaterial, von Zement. Nur schlecht gesichert und waghalsig bewegen sich die Arbeiter in der steilen Abbauwand, immer wieder löst sich Gestein oder sie müssen Sprengladungen in die Wand treiben. 

Der Weg des gebrochenen und gemahlenen Materials führt in die Großstadt, in die Millionenstadt zum Bau von Hochhäusern, auch hier von einfachen Arbeitern ausgeführt, für die es keine Erinnerungstafel gibt, sie bleiben namenslos, die Architekten sacken den Ruhm und die Namhaftigkeit ein. 

Für die historische Ausweitung des Themas sorgt ein Paläontologe, der hier im Boden ein wahrhaftiges Dinosauerierparadiese vorfindet und sich mit Rekonstruktion beschäftig bis hin zur artistischen Ausarbeitung für den Vergnügungspark. Aber die Jagd nach den Großtieren ermüdet ihn, denn er findet heraus, dass nebst den Giganten eine unermessliche Vielfalt an anderen Tieren existierte, die reichen Fossilienfunde lassen auf eine weit größere Artenvielfalt schließen als wir sie heute kennen. 

Ein Naturmensch schließlich, der nur lokale Materialen zur Herstellung von Hütten benutzt, kommt auf den mystischen Aspekt zu sprechen und auf die Naturenergie. Aber keine Angst, der Film reitet auf keiner Esoterikwelle, er betrachtet mit fantastischer Kamera und nüchternem Verstand was sich so tut auf der dünnen Erdoberfläche, wie die Geister nicht wegzudenken sind und auch im Alltagsleben einer Rolle spielen, und wie die Erde immer wieder Geheimnisse aus der Vergangenheit, auch der jüngeren preisgibt, worum sich ein Museumsmensch mit ganz einfachen Mitteln kümmert. 

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