Die Rossellinis (DOK.fest)

Rossellinitis,

so nennt der Enkel Alessandro des berühmten Regisseurs Roberto Rossellini die Erbkrankheit, die Erblast in dieser berühmten, weit verzweigten Familie. Es ist die Erblast enormer Konflikte. 

Es handelt sich um einen Insider-Bericht aus einer krisengeschüttelten Familie. Rossellinitis ist ein Befund, der jahrelanger Arbeit durch Psychoanalyse bedürfte. Es ist der Bericht eines Mannes, der selbst lange unter Drogen- und Alkoholproblemen gelitten hat. 

Alessandros Großvater und seine berühmteste Gattin Ingrid (Bergman) waren Weltprominenz nicht nur im Film (Oscars, Cannes, Venedig etc.) sondern auch in den Klatschblättern. Die Kinder sind im Rampenlicht aufgewachsen und bald auch in Reichtum. 

Enkel Alessandro macht hier mit 55 seinen ersten Film, es ist eine Beschäftigung mit seiner Familie, mit der Last, die der Name mit sich bringt. Es ist eine Reise rund um die halbe Welt von Italien nach Schweden, Amerika, Indien. 

Die Kinder wuchsen teils in die Mode- und Filmbranche hinein; am berühmtesten ist Tochter Isabella; sonst ist das Erbe nicht unbedingt cinematographisches Genie, wie Alessandro mit seinem Film beweist. 

Aber persönlich ist der Film. Alessandro sucht all die Verwandten überall auf, spricht mit ihnen über ihr Leben, ihr Glück oder Unglück. Stabile Ehen kommen nicht vor, Drogen, Alkohol, Bipolarität und andere Krankheiten, und immer über allem der berühmte Name, der die Familienmitglieder einholt. 

Zu sehen sind: Renzo, Robin, Ingrid, Isabella, Gil, Nur – alle mit Familiennamen Rossellini. Dazu Katherine Cohen und weiter: Tommaso und Elettra Rossellini, Caleb Lane, Francesca Aborn, Roberto, Vera, Rocco Rossellini und Ronin Lane … da blicke mal einer durch; aber so kann es einem bei Familienklatsch leicht ergehen, genügend Material bietet die Rosselliniploitation allemal. 

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