Das Fieber (VoD) – zum Weltmalariatag

Sehen Sie zu, dass Ihr Kind nicht stirbt,

meint eine ehrenamtliche Gesundheitshelferin zu einer Mutter mit einem malariakranken Kind. Es gibt grad keine Medikamente, weil die Weltbank ein Programm umstrukturiert hat. Und erst nach dem Wochendende kann die Mutter in eine Klinik. 

Zustände sind das in Ostafrika im Subsaharagürtel, zurückzuführen noch auf die Kolonisation, die den Reisanbau und damit ideale Lebensbedingungen für den gefährlichen Parasiten Malaria mitbrachte. 

Da Medikamente teuer oder nicht vorhanden sind, hat die traditionelle Kräuterheilerei mit Artemisia Annua Hochkonjunktur; darauf wird zurückzukommen sein. 

Noch 1970 holzte eine westliche Firma Urwald ab, um Zuckerrohr anzubauen und schuf damit weitere ideale Gebiete für die Verbreitung von Malaria. Das erzählt einer der Protagonisten des Filmes, der Insektenforscher Richard Mukabana, der sich um die Malaria kümmert und der selbst aus der Gegend kommt, bei einem Besuch bei seiner Mutter. Sie wären an sich 9 Kinder gewesen, sind aber nur noch drei – wegen Malaria; wenn sie wenigstens Artemisia Annua gehabt hätten … 

Artemisia Annua ist ein Heilkraut mit über 200 Wirkstoffen, aber zu wenig bekannt und dessen Anwendung wird torpediert von der WHO. Hier mischt die Pharmaindustrie mit, die ein Medikament, Coartem, mit einem einzigen dieser vielen Wirkstoffe produziert; gegen den der Malariaparasit inzwischen resistent zu werden droht.

Malaria ist nach wie vor eine der tödlichsten Krankheiten und deren Bekämpfung ruft allerlei Player auf den Plan, viele, die Geld verdienen damit wie die Pharmaindustrie, aber auch Wohltäter wie die Bill Gates-Stiftung, NGOs, die WHO oder die Weltbank, um diese Folge des Kolonialismus (Rodung des Dschungels, Anbau von Reis und Zuckerrohr, Ziegelherstellung) in Griff zu bekommen. 

Geldströme fließen von den Industriestaaten und zurück; aber gegen den Aufbau einer eigenen Industrie zur Bekämpfung der Malaria und gegen Bekanntmachung von Artemisia – dafür spricht eine unternehmungslustige Bioheilkundlerin als einem nützlichen Heilmittel gegen Malaria – stemmt sich immer irgendwas, eine Vorschrift aus dem eigenen Land, die WHO, die Weltbank und auch die Rolle der Bill Gates Stiftung bleibt dabei unklar. 

Der schön, ruhig und instruktiv fotografierte und montierte Film von Katharina Weingartner wirkt wie eine illustrierte Lecture zu dem Thema, ist mit bunten, informativen Textzeilen versehen und befragt Menschen, die mit dem Thema befasst sind, Lehrer, Ärzte, Heilkundler, Forscher, Kranke, Mütter, Ehrenamtliche, Kräuterkundler. 

Der Film diskutiert am speziellen Fall Malaria nicht nur das Thema Entwicklungshilfe für Afrika sondern auch die Diskrepanz zwischen Schulmedizin und Pharmaindustrie einerseits und traditioneller Medizin andererseits. Wobei er ganz klar Position für letztere bezieht. 

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