Die Wellküren -Schwestern im Dreiklang (BR, Montag, 12. April, 22.00 Uhr)

Das sind ja lauter Begonien“,

meint das Promischleimtimbre der Stimme des Interviewers am Grab der Eltern der kinderreichen Familie Well, 15 Kinder, aus denen je zwei berühmte, bayerische Musikgruppen hervorgegangen sind. 

Um das weibliche Trio, die Wellküren, geht es in diesem schlichten PR-Film von Matti Bauer mit etwas PR-Beifang auch für die Brüdergruppe, die Biermösl Blosn. 

Einen schönen Friedhof haben die wirklich in Günzlhofen, da möchte man direkt begraben sein, das immerhin kann man befinden nach der Sichtung dieser in den Wind geblasenen Lebenslinien. 

Nichts gegen die Wellküren, nichts gegen die Biermösl Blosn; die sind Teil der bayerischen Kultur. 

Vom Geschäft ist leider bei solchen Lebenslinien kaum die Rede. Das ist bei Musik und Kabarett eine gern verheimlichte Größe; vielleicht weil es dabei immer arg kapitalistisch zugeht. Und da sollte der unter Spardruck stehende BR endlich einen Grundsatzentscheid fällen: Gefälligkeits-Promi-Lebenslinien wie diese für Markennamen nur noch gegen Bezahlung, denn sie sind, wie hier, reine Weißwäscher-PR, eine Investition, die sich für die Musiker auszahlen wird. 

Als Ausnahme sollten nur noch Leute genommen werden wie Jutta Speidel oder Markus Wasmeier, die ihren Lebenssinn nicht mehr darin sehen, der eigenen Wichtigkeit und dem eigenen Geschäft zu leben, sondern sich mit allen Kräften (und nicht nur wohltätigkeitsalibibhalber) für ein Museumsdorf oder ein Frauenhaus einzusetzen. 

Es ist nicht einzusehen, dass bei der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes Haushalte, die weder Grundsicherung noch HartzIV beziehen, aber mit minimalen Budget über die Runden kommen müssen, davon auch noch happige Euro 17.50 abziehen sollen, um PR-Gefälligkeiten zu finanzieren. 

Der BR hat diesen Musikern/Musikerinnen mit zu ihrem Ruhm verholfen, von dem sie jetzt zehren und vermutlich nicht zu knapp. Das ist ein undemokratischer Hammer, wenn der Prekariatshaushalt in der Sozialwohnung noch zuschauen soll, für welch schönes Landleben von Promis er wegen der Haushaltszwangsgebühr auf den kleinsten Luxus verzichten muss. 

Das gilt übrigens auch für die chronische Ringlstetter-Werbung (wie sauer Bier) in den Tageszeitungen, die der BR immer noch schaltet, wenn auch inzwischen irritierter. Warum muss das Branding dieses Einzelunternehmers noch von Zwangsgebührengeldern unterstützt werden, eines Namens, der dem Träger schöne Finanzquellen erschließt? Warum setzt der BR da nicht wenigstens statt seiner das Bild der Gäste, damit andere auch was abbekommen von der BR-Gratis-Namens-Werbung. Demokratisch sauber ist diese Politik des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes nicht, da mögen Juristen sich noch so sehr in Winkelzügen verheddern. 

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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